Nachdem ich in Wellington meine Flüge für Australien und die USA gebucht habe, stand fest, dass ich genau 4 Wochen für die Nordinsel Zeit habe. Zeit genug also es wieder etwas ruhiger angehen zu lassen und ein paar Tage und guten Orten zu bleiben. Der erste dieser Ort war Wanganui an der Westküste.
Wanganui ist einer der größeren Ort der Nordinsel und direkt am Meer gelegen. Hier gibt es einen großen Hafen und einen domestic Airport. Neben einigen Parks gibt es hier mal wieder einige interessante Musen, wie das Riverboat Museum oder die Tram N°12.
Am ersten Tag in Wanganui hab ich den Queens Park und den Tower angeguckt. Auf einem Berg steht ein Turm als Denkmal an die Opfer des ersten Weltkrieges. Auf den Berg hinauf geht es entweder zu Fuß oder mit einem Fahrstuhl, der über einen Tunnel im Berg erreichbar ist. Von oben gibt es eine gute Aussicht und man kann das gesamte Gebiet zwischen Westküste und Tongariro National Park einsehen. Der Queens Park ist nicht so besonders, halt ein normaler Park, allerdings sind dort Museum und Bücherei gelegen. Am Abend ging es dann in die Sternwarte, mit dem 150 Jahre altem Teleskop. Im Sommer hat die Warte jeden Freitag ab 20:30 Uhr geöffnet und man wird von einem freundlichen älteren Mann begrüßt, der alle Fragen zu Sonne, Mond und Sternen geantworten kann und nebenbei ein paar Geschichten aus seiner Jugend, natürlich in der Sternwarte, erzählt. Sehen kann man nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass dieses Teleskop bereits 1859 gebaut wurde und seit 1907 in Neuseeland steht, ist es schon beeindruckend den Jupiter erahnen zu können.
Am nächsten Morgen ging es früh raus, der Wecker hatte bereits 5:30 Uhr das erste Mal geklingelt. Und es gibt nicht Vieles was mit im Urlaub um diese Zeit aus dem Bett treibt. Versucht hatte ich es bereits in Christchurch, was auf Grund von Erdbebenschäden nicht möglich war, in Wellington waren Ferien, der Coach im Urlaub und irgendwie hatte ich den Eindruck die Bootshäuser sind öfter vermietet als dort jemand Sport macht. Aber jetzt, 6:30 Uhr in Wanganui, Union Boatsclub, endlich wieder Rudern. Durch einen Kontakt hatte ich die Telefonnummer von Des Healey bekommen und mich mit ihm zum rudern verabredet. Des war von 1989 bis 1991 Weltmeister im Leichtgewichtseiner und hat sich mit mir zusammen gleich in den Zweier gesetzt. Der Wanganui-River ist der größte schiffbare Fluss Neuseelands und stark von den Gezeiten beeinflusst. Für uns ging es an diesem Morgen einige Kilometer flussaufwärts und dann mit der Flut wieder zurück zum Bootshaus. Des hatte nicht vor in den nächsten Tagen nochmal zu rudern und hat mir gleich seinen Schlüssel gegeben und mir gezeigt welche Boote ich benutzen kann. Am nächsten Tag stand ich gegen 8:00 Uhr am Steg und wurde zusammen mit „Bob‘s son“ in ein Boot gesetzt. Der Sohn von Bob ist einige Jahre für die Nationalmannschaft gerudert, jetzt bei der Army und war mit mir am Ende zwei Stunden unterwegs. Zwar hat er schon nach 2 km gejapst, als hätte er die letzten drei Jahre kein Boot angeguckt, ging doch aber ganz gut und hat Spaß gemacht. Für alle die nicht rudern ist es möglich Kajaks zu mieten, eine Fahrradtour an der Wanganui-Riverroad oder mit dem Dampfschiff eine Rundfahrt zu machen.
Zum Strand habe ich es in den 3,5 Tagen zwar nicht geschafft, dieser soll aber auch sehr schön sein und vorzugsweise mit dem Fahrrad in 20 Minuten erreichbar.
Am frühen Nachmittag hat mich der Intercity Bus dann abgeholt um weiter in Richtung New Plymouth zu fahren. Insgesamt ist Wanganui auf jeden Fall zwei bis drei Tage Halt wert. Von dort ist auch die Weiterfahrt in den Wanganui National Park und zu den viele Tracks und Trails möglich.
Archive for the ‘Rudern’ Category
Museen, Türme, Sternwarte… und endlich wieder Rudern
01.14
World Rowing Championship und Cambridge
11.07
Seit ich die Reise nach Neuseeland plane, habe ich auch immer geplant die Weltmeisterschaft im Rudern zu besuchen. Da noch einige Termine und Stationen der Reise unklar waren, konnte die Planung dafür nur recht kurzfristig stattfinden. Am Ende hat dann aber doch alles geklappt.
Die WM fand am Lake Karapiro, ca. 200 km südlich von Auckland, statt. Da in der recht großen Stadt Hamilton alle Hostels und Backpacker ausgebucht waren, habe ich nur noch ein Zimmer in Cambridge, keine 5 min. vom Lake entfernt, gefunden. Ich war bei bei Mary Jo und Grant untergebracht, die mich auch direkt vom Bus abgeholt haben und durch die britisch wirkende Stadt zu ihrem Haus gefahren haben. Bei den beiden hatte ich ein großes amerikanischen Wattebett und als erstes wurde mir Grants Stolz, sein selbstgebrautes Bier, präsentiert. Die Hauptbestandteile waren der Inhalt einer Tüte Hopfen und einer Tüte Biermischung, zusammen mit Wasser ergab das ein gar nicht mal so schlecht schmeckendes, an Drought erinnerndes Bier.
Der Fußweg zum Schuttelbus war nur 100 m lang und so ging es am Samstagmorgen früh an die Regattastrecke. Was ich nicht wusste, dass auf Grund der Verteilung auf 3 Finaltage die Rennen am Samstag erst gegen 11:30 Uhr begannen. Also hab ich mich, wie auch auf jeder normalen Regatta in Deutschland, bis zum ersten Rennen ordentlich mit Kaffee versorgt. Anstatt von meinem Platzes auf der schattigen Tribüne habe ich dann die Rennen zusammen mit Kristin aus Hamburg, Mathias aus Magdeburg und Alexander, den ich in Auckland kennengelernt hatte, von der Rasenfläche direkt am Wasser verfolgt. Das ich mal wieder keinen Sonnenschutz hatte, hat sich in Sonnenbrand auf Unteramen, Füßen und im Nacken gerächt. Aber damit hab ich das auch weg und kann nun direkt Bräune drauflegen.
Die Rennen am Samstag und Sonntag waren klasse. Enge Entscheidungen auf der Ziellinie, beste Bedingungen und die ruderverrückten Kiwis haben die Regatta zu einem Erlebnis gemacht, auch wenn man schon einige gute Regatten erlebt hat, hier hat alles gestimmt. Für die Deutschen gab es einige Medaillen, leider blieben Hoffnungen wie der Männer Doppelvierer und Doppelzweier, auch auf Grund der Bedingungen an den Vortagen, hinter den Erwartungen. Die Kiwis und damit auch meine Gastfamilie waren auch glücklich, da sie beide Zweier-ohne gewinnen konnten und für die spannendsten gesorgt haben.
Am Sonntag Nachmittag, nach vielen Rennen, einer Menge Sonne und dem ersten Wochenende unter Kiwis ging es mit dem Bus zurück nach Auckland ins YHA. Am Freitag geht mein Flug nach Christchurch auf die Südinsel, der Plan ist dort einen Job zu suchen und 2-3 Monate zu bleiben. Da sich hier aber täglich alles ändert, würde ich nicht auf mich wetten. Aber bis dahin werde ich mir nun doch noch mal Auckland näher anschauen.