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2 Monate auf der Südinsel gehen zu Ende


2011
01.06

In Christchurch gestartet und in Picton geendet, 2 Monate Rundreise über die Südinsel, Zeit also mal alles zusammen zufassen.
Nach anfänglichen Problemen und der typischen Unsicherheit „Wohin?“ und „Wie?“ und „Warum eigentlich?“ hat sich die Reise dann doch ganz positiv entwickelt. Natürlich darf man in Neuseeland und gerade auf der wenig bewohnten Südinsel keine riesigen Städte mit 24h-Entertainment erwarten, die Südinsel punktet zu 95% mit unberührter Natur. Und von dieser gibt es hier wirklich reichlich, so dass man meist erst im Nachhinein greifen was man gerade gesehen und erlebt hat.
Im Folgenden werde ich die Orte, die mir am meisten im Gedächtnis geblieben sind und die Aktivitäten, die meiner Meinung nach zum Neuseelandurlaub auf der Südinsel gehören zusammen fassen.

Must see

Wenn man wie ich genug Zeit hat, kann man sich natürlich so ziemlich alles angucken und jeden kleinen Ort auf der Reise mitnehmen. Ist man jedoch zeitlich etwas eingeschränkt, sollte man genau wissen, was und wo man sich angucken sollte. Für mich waren die folgenden Städte sehenswert und würden auf kommenden Neuseelandreisen sicher wieder besucht werden.

Christchurch: botanischer Garten, Museum, Gondola etc. Chch bietet einiges, in zwei bis drei Tagen hat man die wichtigsten Punkte abgegrast und ist bereit für die Natur
Oamaru: kleiner Ort mit Goldgräberfeeling, Highlight ist hier ein Kolonie Gelbaugenpinguine, viel schneller, besser und kostenlos zu sehen als in Dunedin
Te Anau: Hier startet der Keppler Track und für alle Milford und Doubful Sound Touren ist hier der optimale Ausgangspunkt. Will man es etwas gemütlicher angehen lassen kann man sich auch einfach die Sonne am See auf den Bauch scheinen lassen.
Queenstown: Party- und Adventure-Hochburg, hier kann man alles machen von Bungy bis Skydive, abends dann auf Clubtour oder einfach ein paar Bier am Strand genießen
Franz Josef: Hier kann man „nur“ den Gletscher sehen, aber dafür ist es wirklich wert die Stadt mit den zwei Straßen zu sehen. Hier sollte man definitiv die 20 Euro mehr bezahlen und die Ganztagestour machen, wirklich nicht anstrengend, aber viel besser als die „Halbtagesstehtour“.
Mt Cook Village: bei gutem Wetter unbedingt eine Nacht einplanen, kleines Alpendorf mit super Blick auf die höchsten der Neuseeländischen Berge, super YHA, gute Wanderwege und die Möglichkeit zum Gletscherkajak, bestes Visitors Center der Südinsel + Edmund-Hillery-Center mit Planetarium und 3D-Kino.
Kaikoura: fürs Wale gucken, Delphine gucken oder mit Robben schwimmen (wenn das Wetter mit spielt) kann man in Kaikoura gutes Geld ausgeben, aber auch sonst lässt es sich hier aushalten, direkt am Steinstrand oder in einem der Strandkaffees.
Nelson: Sonnenstadt der Südinsel, Abel Tasman, Verbindung zur Golden Bay, Strand und nach Westküstenblues endlich mal wieder eine richtige Stadt mit Leben

Must do

Was muss man hier machen, damit es ein richtiger Neuseelandurlaub wird?
Pinguine, Seelöwen und Delphine sehen
Doubtful/Milford Sound Overnight Cruise
Brauereitour (Dunedin oder Greymouth)
sich richtig schön eins auf die Oberschenkel geben und einfach mal ein Mountainbike mieten und durch die Berge heizen
Rafting oder Canyoing
auf einem der Greatwalks wandern, z.B. Kepplertrack
Kayak fahren, am Besten im Abel Tasman oder auf einem der Gletscherseen
auf den Gletscher wandern
über den Arthur‘s Pass fahren, mit dem eigenem Auto, West Cost Shuttles oder dem TranzAlpine-Zug
Sonnenuntergang an der Westküste und Sonnenaufgang an der Ostküste gucken

Wer die Südinsel Neuseelands bereist bekommt alles geboten, von goldgelben Stränden bis schneebedeckten Bergen, raue Steilküste oder karibische Buchten, Skydiving oder Hotpools, jeder findet hier das richtige Angebot. Nimmt man jede kleine Stadt mit, hat Zeit und reist individuell mit dem eigenen Auto oder Bus sollte man zwischen 1,5 und 2 Monaten für die Reise einplanen. Bei etwas engerem Rahmen, kann man in gut 3 Wochen alle wichtigen Spots anfahren und trotzdem ohne Hektik einen guten Urlaub verleben.
Dabei sollte man, gerade mit eigenem Auto, immer wieder daran denken, dass man teilweise direkt in der Natur ist und Internet, Handyempfang, GPS und regelmäßige Tankstellen nicht zur Standardausstattung in Neuseeland gehören.

Zu Besuch beim Kaiser – Franz Josef Gletscher


2010
12.09

Ein neuseeländischer Gletscher der nach Kaiser Franz Josef I. von Österreich benannt ist, weckt schon beim Lesen der zahlreichen Broschüren großes Interesse bei fast allen Neuseelandreisenden.
Mit dem Bus 6 St. von Wanaka entfernt liegen die beiden Gletscher Franz Josef und Fox und bilden die Verbindung zwischen Westküste und Southern Alps. In den beiden Städten, die nach ihren Gletschern benannt sind, ist alles auf den Tourismus ausgelegt. Ständig starten und landen Helikopter, man sieht Menschenmassen in Gletscheroutfit und mit Steigeisen in Busse steigen und die zwei Straßen der Stadt bestehen komplett aus Hostels, Motels und Souvenirläden. Am Tag nach meiner Anreise habe auch ich eine Gletschertour gebucht. Einen ganzen Tag im Eis hatte ich mir vorgenommen und bereits um 8 Uhr ging es los. Socken, Schuhe, Steigeisen und Regensachen stellte der Veranstalter und nach knapp eine halben Stunde Schuhe probieren ging es dann im Bus zum Gletscher. Knapp 10 Minuten dauert die Fahrt, bis man durch einen kleinen Buschweg zum Fuß des Gletschers kommt.
Wenn man vor ihm steht, dann wirkt er ziemlich klein und nicht so imposant wie man sich ihn vorgestellt hatte, aber so wie man die Steigeisen an gezogen hat und die ersten Schritt im Eis macht, bekommt man ein Gefühl für die über 2000m Höhenmeter des Gletschers. Über das Eis, durch Gletscherspalten, Löcher in den Wänden und über die vom Guide geschlagenen Treppenstufen ging es für 4 Stunden den Gletscher hinauf. Nach diesen 4 Stunden befindet man sich laut Guide auf einem zehntel der Höhe des Gletschers. Ab einer bestimmten Höhe ist der Gletscher so zerklüftet, dass man nur sehr langsam Höhenmeter macht, indem man horizontal durch die Spalten klettert und nach Möglichkeiten der Überquerung sucht. Nach insgesamt 6 St. im Gletscher und mit ziemlich lahmen Füßen kamen dann alle 28 Bergsteiger wieder in der Basis an. Anschließend ging es für den Großteil der Gruppe noch in die Hot Pools, wo es freien Eintritt für alle gab. Bei 36, 38 und 40°C warmen Wasser konnte man den Tag ausklingen lassen und sich von den Strapazen der Wanderung erholen.
Insgesamt hat die Gletschertour Spaß gemacht und war die 180$ auch wert, allerdings hätte man auf den Großteil der Pausen verzichten können. Es ging doch ziemlich schleppend den Gletscher hinauf und für einige Schweizer war das schon eine Enttäuschung, da der Gletscher wohl nichts Besonderes im Vergleich zu Europäischen bietet. Außer der Gletschertour gibt es in Franz Josef nix zu sehen, also auch wieder eine Stadt die in die Kategorie „Angucken, weiterfahren“ fällt.
Nach dem kurzen Aufenthalt in Franz Josef geht es für mich nun die Westküste weiter nach Norden durch die kleinen Städte Westport, Punakaiki und Greymouth.