Archive for the ‘Nordinsel’ Category

Mein Strandhaus


2011
03.13

Da nun nur noch 5 Tage hier in Neuseeland bleiben, habe ich mich in ein Strandhaus auf der Coromandel Peninsula eingenistet. In Whitianga war ich bereits zuvor und genieße jetzt die letzten Tage mit Sonne, Strand und Meer bevor es in die Staaten geht.

Das Haus ist kunterbunt, schon etwas älter aber für die Zwecke ausreichend. Zur Zeit teile ich mir die Wohnung mit zwei Argentiniern, deren Lieblingsgetränk Fernet Branca und Cola ist – ekelhaft. Vorzugsweise starten sie damit auch schon gegen 10 Uhr morgens.

Ich bin den ganzen Tag in der Sonne, lese die Jimi Hendrix Biographie, fahre mit dem Kajak durch die Gegend und versuche mich zum Ende doch mal im Kochen ohne Nudeln als Hauptzutat.

Am Mittwoch geht es zurück nach Auckland und am Donnerstag dann mit dem Flieger nach LA. Hostels sind gebucht, Lonely Planet gekauft und alles entspannt.

Damit verabschiede ich mich schon mal aus Neuseeland, vielleicht gibt es ja irgendwann mal ein Wiedersehen.

10 Tage ganz im Norden


2011
03.06

Nachdem ich aus Australien zurück nach Neuseeland gekehrt war, gab es nur noch ein Gebiet welches auf meiner List fehlte. Das Northland, also das Gebiet nördlich von Auckland, lockte mit subtropischen Klima, kleinen Buchten und Stränden.

Das man hier mit dem Bus nicht gut reisen kann war mir bereits vorher klar, deshalb war schnell ein Mietwagen gefunden. Und damit ging es dann von Auckland aus nach Norden. Erster Stop war der Ort Wangarei, welcher als einer der größeren auf der Karte eingezeichnet war. In Wangarei gibt es aber tatsächlich nicht viel zu erleben. Der Haupttouristenspot ist das Basin, also die Marina im Hafen mit einer kleinen Promenade. Die Kaffee und Shops hier schließen leider schon 5 p.m. und damit musste der tägliche Kaffee in einer der Straßen der Innenstadt gefunden werden. In der Innenstadt lockt eine kleine Fußgängerzone Touristen und Einheimische an, insgesamt nichts Spektakuläres aber als Zwischenstation ganz nett. Das Hostel war eine kleine Farm 10 min. außerhalb von Wangarei. Leider war diese Farm wirklich nicht so schön. Dreckig, unfreundlich und unaufgeräumt. Mittendrin ein kleines Kind, eine Katze und kleine schwarze Käfer im Zimmer. Morgens ging es dementsprechend früh wieder auf die Straße.

Über die Touristroad an der Ostküste zwischen Regenwald und Meer in Richtung Bay of Islands.

Bay of Islands

Bereits auf dem Weg in die Bay of Islands merkt man wie sich die Landschaft verändert. Aus den Nadelwäldern werden schnell Palmen und Farne und die Temperatur steigt mit jedem Kilometer. Zwischendurch kann man immer wieder Abstecher an teilweise einsame Strände machen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Dreh- und Angelpunkt in der Bay ist der Ort Pahia, der mit Touristenangeboten, Kneipen und Bars und guten Backpackern lockt. Pahia liegt im Mittelpunkt der Bucht und bietet damit alle Möglichkeiten zu karibischen Abenteuern. Für mich ging es am zweiten Tag nach der Ankunft auf ein kleines Segelboot. Den ganzen Tag durch die Bay schippen und die letzte Sonne vor den kalten USA und Europa tanken. „She‘s a lady“ ist ein 20 Jahre altes 14m Segelboot auf dem die 9 Leute den Tag verbrachten. Kaptain John hatte schon die ganze Welt bereist und hat jahrelang nagelneue Boote zu ihren Besitzern ausgeliefert. Dementsprechend hatte er den ganzen Tag Geschichten zu erzählen und konnte natürlich auch jede technische Frage zum Segeln beantworten.

Leider gab es bis zum Lunch wenig Wind und so schipperten wir mit dem Motor in eine ruhige Bucht. Nach Sandwich und Früchten zum Lunch ging es dann weiter und endlich spielte der Wind auch mit. Erst relativ verhalten dann mit steifer Briese – „3 – 4“ meinte John – zwischen den Inseln hindurch. Nach gut 7 Stunden auf See legte „She‘s a lady“ wieder am Pier von Pahia an und alle konnten sichtlich zufrieden mit dem Tag das Boot verlassen. Für 97$ echt eine gute Sache, zu mal das Preis-Leistungs-Verhältnis echt gestimmt hat.

Außer Pahia gibt es in der Bay noch die Städte Kerikeri, Russel und Whaitangi. Letzteres ist durch die Treaty von Whaitangi bekannt, die Neuseeland zur englischen Kolonie machte und damit die Nation gründete. Kerikeri ist die größte Stadt der Bay, hat außer einigen Shops und einen kleinen Markt nicht viel zu bieten. Dafür ist Russel eine Stadt die einen Besuch wert ist. Mit der Fähre geht es von Pahia (12$ Return) auf die andere Seite der Bucht. Im kleinen Hafenstädtchen gibt es etliche Kaffee und eine kleine Shoppingmeile. Außerdem kann man von hier zum Long Beach laufen und den Tag am goldgelben Strand verbringen.

An Tag drei ging es für mich dann aufs Tauchboot. Mein Logbuch schleppe ich ja nun schon durch ganz Neuseeland und jetzt, 3 Wochen vor Ende, kam es endlich zum Einsatz. Mit Dive Pahia ging es zum Wrack der HMS Canterbury. Nach dem ganzen Papierkram und dem Einkleiden an Land ging es aufs Boot und mit Vollgas über das glatte Wasser der Bucht. Die Canterbury wurde erst vor 3 Jahren in der Bucht versenkt und bildet nun ein Marinereservoir. Wenn man Mittschiffs runter taucht sieht man es ab ca. 12 m Tiefe. Auf knapp 23 m befindet sich dann die Brücke und der Hubschrauberhangar. Mit den Fischen und Farben von tropischen Tauchgebieten kann der Pazifik an dieser Stelle zwar nicht mithalten, bietet aber seinen ganz eigenen Charme und so haben beide Tauchgänge wirklich Spaß und Lust auf mehr gemacht.

Auf dem Weg aus Pahia in Richtung Norden war mein nächster Stop im Nirgendwo. Kahoe stand im Backpackerverzeichnis. Kahoe ist allerdings nur eine kleine Farm, die ich beim ersten Mal direkt übersehen habe und kanpp 20 km vorbei gefahren bin. Was mir nicht klar war, dass die Kahoe Farm Kultstatus genießt. Mit 97% ist es eines der bestbewertetsten Backpacker in Neuseeland und der Besitzer Steffano ist weit über die Grenzen der Bay bekannt. Im Topbackpacker gab es dann selbstgemachte Pizza und erstklassigen Rotwein zum Abendessen. WLAN gegen freiwillige Spende und die freundliche Atmosphäre ließ mich dann noch einen Tag extra im Nichts verbringen. Steffano zeigte mir einen Dschungelwalk zu den Rock-Pool. In denen ich am zweiten Tag baden war. Am Abend wurde dann Fußball gespielt, denn Staffano ist verrückt. Er hat sich in der Garage nicht nur ein Fußballmuseum eingerichtet, in dem Trikots aus Dortmund, Mailand und Hamburg hängen, hier guckt er auch über Sky die deutsche Bundesliga oder spielt über Internet auf der Xbox gegen den Rest der Welt. Wer zu Neujahr auf die Kahoefarm möchte sollte lange im Voraus buchen. An zu diesem Termin ist nämlich immer ausgebucht, Grund ist das erste Fußballtournier der Welt auf Steffanos kleinem Platz. Unter Flutlicht geht es kurz nach Mitternacht für einige lokale Mannschaften um alles. Absoluter Kultstatus und auf jeden Fall auf der TODO-Liste für kommende Neuseelandreisen.

Nach fünf guten Tagen in der Bay ging es dann in Richtung Norden, in den letzten Winkel des Nordens, Ziel war das Cape Reinga.

Far North – Cape Reinga, 90 Miles Beach und Sanddünen

Für eine Tagestour von Pahia aus zu stressig war mein erster Anlaufpunkt die Henderson Bay auf der Ostseite des Northlands. Über 5 km Schotterpiste ging es zum abgelegenen Hostel. Auf dem Weg zum Strand habe ich mich im Busch verlaufen und wollte am Ende nur noch wieder im Hostel sitzen. Am frühen Morgen war dann das Ziel far north klar, leider spielte ab dort das Wetter nicht mehr mit. Regen und Nebel begleiteten mich bis zum Cape. Auf nicht enden wollenden Berg-Auf-Berg-Ab-Straßen bis zum Parkplatz vor dem Eingang. Da das Cape ein heiliger Ort für Maori ist war ab hier Essen und Trinken verboten und man musste weiter 20 min. bis zum Leuchtturm gehen. Informationstafeln am Weg erklärten die Landschaft, welche sich irgendwo hinter der Nebelwand befinden musste. Auch das Lighthouse musste man erst erahnen. An der Spitze angekommen verzogen sich die Wolken dann allmählich und man konnte den 800 Jahre alten Baum auf der Klippe sehen und wie beide Ozeane zusammen treffen. Für die Maori treffen hier der männliche und der weibliche Ozean zusammen und so ist das Cape nicht nur Ruhestädte für die Maoriseelen sondern auch Zeichen für Neuanfang und Entwicklung. Das Wetter entwickelte sich leider nicht wirklich weiter. Auch auf den Weg in Richtung Süden blieb es so und es sollte bis Auckland nicht besser werden.

Vom Cape Reinga nach Süden führt auf der Westküste der 90 Mile-Beach entland. Ein nicht ganz 90 Meilen langer Strand der offiziell als Highway ausgeschrieben ist und so von vielen Touristenbussen befahren wird. Für Mietwagen ist er leider verboten, darum ging es für mich auf dem normalen Statehighway zurück. Bei Ahipara konnte man einen schönen Blick auf den Strand bekommen, aber ich muss sagen außer das er besonders lang ist bietet er nix Besonderes. Für Strandliebhaber geht es lieber auf die Ostküste an den Rarawera Strand, einen der siliziumreichsten Strände Neuseelands und darum fast komplett weiß.

Zwischen Cape Reinga und dem Ende des 90-Miles-Beach befinden sich noch riesige Sanddünen. Wie diese dort hinkommen, bleibt mir wohl immer ein Rätsel aber das Wandern auf ihnen macht wirklich Spaß. Normalerweise ist die Hauptattraktion das Sandboarden von den Dünen, da es allerdings regnete wäre das wohl eher eine doof Idee gewesen und ich hab mich mit dem Wandern und dem Ausblick von oben zufrieden gegeben.

Vom Norden ging es dann nur noch bis ins  Hostel in Kohukohu. Mitten im Busch, abseits von allem, haben sich zwei ältere Leute dort ihre Ruhestandsresidenz gebaucht und betreiben nebenbei ein wirklich gutes Hostel. Einziges Problem am Dschungle sind dann allerdings die Moskitos überall. Gewohnt habe ich in einem kleinen Häuschen auf dem Berg mit Blick auf die Bay über die am nächsten Tag die Fähre in Richtung Kauricoast ging.

Kauricoast

Als Kauricoast wird die Westküste des Northlands bezeichnet, an welcher die Touristroad vom Ende des 90-Mile-Beaches bis zu den Vororten Aucklands führt. Dabei durchquert die Straße eine ganze Reihe von Kauriwäldern welche der Waldrodung nicht zum Opfer gefallen sind. Darunter einige der größten Kauris Neuseelands, die „Four Sisters“ die ich eine gemeinsame Wurzel teilen und ein 2000 Jahre alter Kauri. Auf etlichen Dschungeltracks kann man die Wälder erkunden und nach langer Autofahrt auf den kurvigen Straßen etwas Bewegung bekommen.

Für mich hieß es kurz vor den Toren Aucklands noch einmal halt zu machen, denn das Auto musst vor 10 a.m. am Sonntag zurück gebracht werden. Den Abend verbrachte ich im ehemaligen Krankenhaus von Helensville knapp 50km vor Auckland, welches mittlerweile ein Backpacker ist. Leider war bei Dauerregen in Helensville nicht viel zu holen, so dass am Sonntag das Auto pünktlich in Auckland war und ich auf meine letzte Etappe in Neuseeland gehen kann.

Waitangi Day


2011
02.07

Gestern war (mal wieder) Feiertag in Neuseeland. Diesmal war es der Waitangi Day und damit Jahrestag der Unterzeichnung der “Treaty of Waitangi” vor 171 Jahren. Mit der Unterzeichnung wurde Aotearoa zur britischen Kolonie und damit zu Neuseeland als Nation. (Die genaue Geschichte einfach mal bei Wikipedia nachlesen http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Waitangi)

In Auckland fand zu diesem Anlass ein großes Festival am Tag statt, mit Raggae-Bands und viel Maori-Kultur. Für mich hieß das den ganzen Tag in der Sonne sitzen und schwitzen und zum Mittag Hangi essen.

Mt Eden, der zweite Versuch


2011
02.07

Nachdem ich beim letzten Auckland Besuch im strömenden Regen auf den Mt Eden gewandert bin und weder Auckland, noch meine eigene Hand sehen konnte, habe ich es dieses Mal wieder versucht.

Und dieses mal sogar bei unschlagbarem Wetter. Der Ausgang war zwar der selber, ich war komplett durchnässt, aber die Aussicht war besser.

Urlaub vom Urlaub auf der Coromandel Halbinsel


2011
02.07

Als kleines Tropenparadis präsentiert sich die Coromandel Halbinsel und ist damit Ferienziel vieler Kiwis.

Ist man, wie ich, mit dem Bus in Neuseeland unterwegs, muss man von den Standardreisebus in Thames in einen Kleineren wechseln. Der Grund wird schon kurz nach der Abfahrt klar, die Straßen direkt an der Küste sind mehr als baufällig und bei starkem Regen ist direkt alles überschwemmt. Meine erste Station war Coromandel Town, die ich im strömenden Regen erreichte. Die Stadt, oder eher das Dorf, ist an einer kleinen Bucht gelegen und bietet einige Wege zum spazieren. Mein Glück mit dem Wetter lies mich aber fast durchgängig im Hostel sitzen oder während eines kurzen Spaziergangs zum Supermarkt einmal komplett durchweichen. Auch in den wenigen Regenpause wirkte das Dorf dann doch eher verschlafen. Einen kleinen Strand habe ich erst nach einem längeren Spaziergang entlang der Hauptstraße gefunden. Coromandel Town ist also ganz nett, wenn man die kleinen Orte mitnehmen kann, fährt man lieber einige Kilometer weiter und sucht sich einen guten Strand.

Ist man an den Bus gebunden, geht‘s am besten gleich nach Whitianga. Hier gibt es Strand, Sonne und jede Menge zu entdecken. Mit einer kleinen Fähre, 2$ one way, ist man auf der anderen Seite der Bucht und kann von dort die Highlights anfahren. Eines dieser Highlights ist der Hot Water Beach, an dem man bei bei Ebbe sein eigenes Loch graben kann um vielleicht eine heiße Quelle zu erwischen. In Wirklichkeit hat man eine faire Chance sich die Füße an einer 70°C heißen Quelle zu verbrennen oder nach eine halben Stunde graben doch nur das kalte Meerwasser zu erwischen. Für mich waren die Wellen des Meeres dann doch interessanter als mit hunderten Anderen in „pisswarmen“ Wasser zu sitzen.

Zweites Must-See wenn man Whitianga besucht, ist Hahei Beach und die Cathedral Cove, bekannt aus Filmen wie Narnia. Auf der gleichen Route auch mit Shuttle Bussen erreich und über einen kleinen Track zu erreichen liegt der kleine Strand der Cathedral Cove. Ein kleiner Wasserfall zur Linken, die Höhle zur Rechten und mittendrin meterhohe Wellen. Super Sache und läd zum länger bleiben ein. Auf dem Weg zurück zum Fähranleger kann man da auch mal Halt an einem der zwei Weingute machen. Von Fruchtweinen, über Liköre bis zu Sliwovitz ist hier alles zu bekommen. Der Rückweg fällt dann entsprechend auch leichter.

Insgesamt sollte man ein paar Tage auf der Coromandel einplanen, individueller ist man mit dem eigenen Auto unterwegs, aber auch mit Hitchhiking kommt man hier schon einigermaßen weit.