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7 Tage in der City of Melbourne


2011
02.14

4:30 Uhr klingelt der Wecker, macht aber nix, geschlafen habe ich auf der durchgelegenen Matratze und den 30°C in Auckland sowieso nicht. Für mich geht es zum Flughafen: Mal schnell nach Melbourne fliegen.

Dank Self-Checkin ist das Gepäck schnell weg und ich beim Kaffee, um wenigstens etwas aus den Schlitzen, die meine Augen sein sollen, zu sehen. 3 St. und 50 min. dauert der Flug in der vollbesetzten 747-400, natürlich gibt es bei einem Ticketpreis von $70 kein Essen, aber die Filme und das Unterhaltungsprogramm sind gut. Und am Ende muss ich ja sagen, dass ich lange nicht so viel Beinfreiheit in einem Flugzeug hatte, aber vielleicht werde ich auch nur anspruchsloser.

In Melbourne angekommen, geht alles ganz schnell, bis es dann ganz langsam geht. Raus aus dem Flieger und in der Schlange stehen. Mit den Einreisebestimmungen und dem dazu nötigem Prozedere beim Passcheck haben die Aussis und Kiwis beide so ihre Probleme. Ich würde empfehlen einfach mal alle 8 Kontrollstationen zu besetzen und nicht die zwei gelandeten 747 auf vier Mitarbeiter aufzuteilen. Dann ging es aber wirklich schnell, rein in den Airport-Express-Bus und direkt in die City. Mein Ziel St. Kilda, alternatives Party und Ausgehviertel direkt am Strand. In der Zeit in Melbourne wohne ich bei Arne und da dieser in St. Kilda arbeitet und ich mir nicht einmal eine Karte von Melbouren besorgt habe, war es das Einfachste ihn dort zum Lunch abzufangen. Während Arne noch fleißig bei der Arbeit war, habe ich die notwendigen Gänge erledigt: Handykarte kaufen, Metroticket besorgen und Kaffee trinken. Abends dann auf ein oder mehr Bier in Melbourne unterwegs gewesen und am nächsten Morgen früh los um die Stadt zu erkunden.

Eines fällt mir direkt auf, das Leben in Melbourne ist ganz anders als in Auckland oder Wellington. Die Stadt ist kosmopolitischer, ohne dabei die übertriebene Hektik von den neuseeländischen Großstädten zu übernehmen. Zwischen Wolkenkratzer stehen kleine Backsteinkirchen, die City besteht aus großen Einkaufsstraßen wie der Berliner Kuhdamm, aber genauso aus kleinen gepflasterten Straßen wie die Hamburger Schanze oder Altona. Melbourne macht Spaß, ob direkt am Wasser mit der Skyline im Hintergrund oder in der Tram zu einem der zahlreichen Parks fahren. Für mich genau die richtige Mischung. Wenn Australien (wie Neuseeland) nicht in den vergangenen Monaten die Preise so sehr angezogen hätte, dann könnte man hier super leben.

Neben den Standardtouristenpunkten wie Docklands und Flinder-St-Station, kann ich das Melbourne Museum nur empfehlen. Ein naturwissenschaftliches Museum, welches durch viele Interaktivität die Besucher irgendwie fesselt. Im Eingangsbereich wird man direkt von einem Walskelett begrüßt, welches von einem Tier stammt das 1992 an den Australischen Strand gespült und präpariert wurde. Von Dinosaurieraustellung bis zu lebendigen Käfern, von der menschlichen Entwicklung bis zur Entwicklung der Erde der letzten 250 Mio. Jahren ist alles dabei. Besonders gut auch die Ausstellung zur Aborigine-Kultur und -Geschichte. Insgesamt genau die richtige Mischung zwischen dem Spielplatz Te Papa (Wellington) und dem sterilen National War Museum (Auckland). Und mit (abgelaufenem) Studentenausweis kommt man sogar umsonst rein.

Am Wochenende war dann das jährlich stattfindende St-Kilda-Festival, zu dem natürlich auch Arne und ich gegangen sind, zusammen mit tausenden Anderen. Zwischen den typischen Fressbuden und Tshirtständen gab es vor allem eins: Hut-Verkäufer. Leider hat mal wieder kein Hut auf meinen dicken Schädel gepasst. Mit Live-Musik an jeder Ecke und der bald untergehenden Sonne ließ es sich doch ganz gut in St. Kilda aushalten. Leider war auch hier mal wieder Alkohol verboten, damit gab es keine Bierstände und in die teuren Clubs war kein Reinkommen für einfache Backpacker. Die restlichen Tage in Melbourne werde ich noch mit Kaffeetrinken und Großstadtgenießen verbringen, bevor es weiter nach Sydney geht. Endliche wieder Flugmeilen sammeln.