Archive for Februar, 2011

Eine Woche in Sydney


2011
02.21

Nach einer Woche bei Arne in Melbourne, ging es am vergangenen Mittwoch nach Sydney.

Melbourne und Sydney kämpfen ja bereits seit ihrer Gründung um das Vorrecht auf die australische Aushängestadt. Dabei kann ich bereits vorweg sagen, dass beide Städte ihre Daseinsberechtigung haben. Melbourne als kulturelle Metropole mit europäischen Wurzeln und Sydney als finanzielles und wirtschaftliches Zentrum mit amerikanischer Hektik und buntem Bevölkerungsmix. Sydneys Zentrum besteht entsprechend fast ausschließlich aus Wolkenkratzern, kleine Häuser wie in Melbourne muss man in den Randgebieten des CBDs suchen. Um dennoch nicht als typische Großstadt dazustehen hat Sydney im vergangenen Jahrhundert einige kulturelle Projekte gestartet, schließlich ist Sydney die erste britische Siedlung in Australien und will diesem Status auch gerecht werden. Im Sydney Museum und dem Australian Museum kann man sich über die Geschichte Sydneys, Australien und der ganzen Welt informieren. An das Melbourne Museum kommt das Australian zwar nicht ran, ist aber natürlich auch sehr gut gemacht. Seit den 60er prägt die Opera das Stadtbild von Hafenseite und ergänzt die über 80 Jahre alte Habour Bridge im typischen Bild von Sydneys Wasserseite. Für fast 300$ kann man dann auch den Bridgeclimb buchen, allerdings reicht der Gang über den Fußgängerweg auch für spektakuläre Bilder und Eindrücke der Stadt. Zwischen Opera und Bridge liegt der große Fähranleger mit den Fähren nach Manly und Co, aber auch der Stadtteil The Rocks. The Rocks kommt mit kleinen, verwinkelten Gassen daher, einem wöchentlichen Markt und zahlreichen kleinen Läden, um den Geldbeutel beim Bücher- oder Kartenkauf zu erleichtern.

Findet man den Weg aus den Hochhausdschungel kann man aber auch viele und schöne Grünanlagen finden. Hier sind der royal botanic Garden und der Observatory Hill empfohlen. Tolle Aus- und Ansichten von Sydney mit Flughund-bedecktem Himmmel und Kakadugekreische gehören eben zu genauso zu Sydney wie der Apple-Store und der Deutsche Bank Tower. Wer etwas Geld sparen möchte und trotzdem Sydney erleben will, der sollte das SydneyExplorer-Ticket kaufen.

4 Attraktionen 1 Preis

Mit dem gibt es nämlich Wildlife Center, Auquarium, Sydney Tower und Manly Ocean World für 50$. Beim Eintrittspreis von 39$ allein ins Wildlife Center lohnt sich dieser Pass diesmal dann sogar wirklich.

Das Wildlife Center bietet eigentlich alles was der Name verspricht. Von kleinen Käfern, Spinnen und Schlangen bis zu einem echt großem Süßwasserkrokodil namens „Rex“. Das Auquarium haut einen nicht vom Hocker, ist aber ganz gut gemacht. Kleine Aquarien mit Schildkröten und Kleinfisch, Ausstellungen zu Haien und einem großen, aber lieblos errichteten, Außenbecken mit Haien und Rochen bilden den Rahmen für einen Besuch im Aquarium. Hohe Türme gibt es einige, gerade auf meiner Reise habe ich viele gesehen, darum konnte mich der Sydney Tower erst nicht begeistern, doch diesmal bin ich zum Sonnenuntergang auf den Turm gefahren und siehe da, so ein Blick auf die Stadt kann wirklich ganz cool sein. Habour Bridge, Darling Habour, landende Flugzeuge, hektische Menschen auf der Flucht aus dem Büro in die Pubs und im Hintergrund ein weitentferntes Gewitter. Die Kamera habe ich mit Absicht nicht dabei gehabt, diesmal lieber die eigenen Objektive zum Bildeinfangen benutzen.

Und so zieht die Zeit in dieser lebendigen Stadt ins Land und ich bald wieder nach Neuseeland zurück. Die restlichen Tage in der Bay of Islands verbringen. Der kleine Ausflug nach Australien war eine wirklich gute Entscheidung und hat mir auch die Unterschiede der beiden Länder gezeigt. Hier werde ich mit Sicherheit nochmal zurückkehren um mehr vom echten Australien zu sehen, Blue Mountains und Great Ocean Road waren dafür schon ein toller Vorgeschmack.

Ein Tag in den blauen Bergen


2011
02.21

Um aus der Großstadt Sydney ein paar Stunden (oder auch Tage) heraus zu kommen, bieten sich vor allem die Blue Mountains an.

Zwei Stunden ist man mit dem Zug unterwegs, bis man in Katombo ankommt. Bereits in Sydney hatte ich den BlueMountainsExplorer Pass für 46$ gekauft, dort inklusive war die Zugfahrt und der Hop-On-Hop-Off-Bus der 28 Stops in den Blue Mountains anfährt. Also raus aus den Zug, rein in den Bus und los. Die Broschüre verriet dann auch die besten Ausstiegsmöglichkeiten und wie man einige Stops durch Walks durch den Busch und die Berge verbinden konnte. Zwischen Bergen, Wasserfällen und Dschungel ging es so von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt, bis am Ende dann die Three Sisters dran waren. Den ganzen Tag alleine durch den Busch gewandert, erwarteten mich dort bereits wieder tausende Touristen die in ihren Bussen heran gekarrt wurden. Ich wurde hingegen nur weggekarrt. Nach gut 6 St. im Busch reichte es dann auch, zusammen mit vielen partyhungrigen Umlandjugendlichen fuhr der Zug zurück in die Samstag Nacht nach Sydney.

Ein Wochenende auf der Great Ocean Road


2011
02.16

Die Great Ocean Road gehört zum Pflichtprogramm für viele Australienurlauber. Als Kriegsdenkmal errichtet, ist sie nur vor allem Verbindungsstraße zwischen den Surfhotsports in Victoria.

Zusammen mit Arne ging es am späten Donnerstag Abend im Auto nach Torquay, wo wir im strömenden Regen angekommen sind und leider kein Hostel mehr gefunden haben. Also sind wir auf die Suche nach einem Parkplatz gegangen und haben es uns für die Nacht auf den Vordersitzen gemütlich gemacht. Entsprechend früh am Morgen ging es für uns dann auch raus. Frühstücken am Strand und den lässigen Surfern beim morgendlichem Ritt auf der Welle zu gucken. Unser Ziel für den ersten Tag war Apollo Bay. Nach eine halben Stunde Fahrt die erste Pause. Irgendwie mussten wir den Strand und das Meer ja mal an testen. Kalt war es nicht, dafür Wellig und ab sofort kann es doppelt so gut sehen, denn es hat meine Kontaktlinse gefressen. Für mich ging es danach dann also mit Brille weiter, was bei der stärker werdenden Sonne gar nicht so gut war. Zur Mittagspause haben wir es uns dann in Lorne auf der Wiese bequem gemacht und ein bisschen Schlaf nachgeholt. Der letzte Stop Apollo Bay im richtig guten Hostel. Den Abend und die erste Etappe haben wir dann am Abend mit einem 4L-Tetra-Pak-Wein begossen, um am nächsten Tag dann weiter zu fahren. Tagesziel: 12 Apostel und Port Campbell. Damit standen dann also 90km Buschwege für den Tag an. Auf dem Weg haben wir einige Lookouts und Buschwalks mitgenommen, bis wir zur Otaway Lightstation abgebogen sind. Komische Menschen waren dort überall mitten auf der Straße… und was sie beobachtet haben war noch viel komischer… Koalabären. Überall hingen sie, einfach so, direkt neben der Straße. Beschäftigt mit Schlafen oder Essen, haben sie sich weder von den verrückten Touristen noch von den Autos aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben dann trotzdem irgendwann beschlossen die Tiere in Ruhe zu lassen und weiter zu fahren. Der Leuchtturm war dann weniger spannende, weil der Eintritt $17 gekostet hat und wir zu geizig waren. Zum Mittag kam auch endlich richtige Sonne und wir konnten die letzten der eigentlich zwölf Apostel angucken. Viel lustiger waren aber die tausenden Menschen, die in Touribussen heran gekarrt wurden.

Letztes Highlight war der Checkin ins Hostel in Port Campbell. Nach einem kurzen Blick durchs Fenster, haben wir festgestellt, dass niemand im Haus ist, weder Staff noch Besucher. Ein kleines Hinweisschild führte uns zu einem Motel, welches erst kurz später geöffnet wurde. Für uns also Gelegenheit für ein kühles Bier mit Meerblick. Pünktlich, wie wir Deutschen halt sind, standen wir dann vor dem Motel und haben auf die Rezeption gewartet. Doch nix rührte sich. Der Name Port‘o‘Call Motel war komisch und lies erahnen, dass die Staff nur auf Anruf ins Motel kommt. Dummerweise gibt es an der gesamten Küste kein Handynetz und die 50 Cent waren vom Münztelefon für den Anrufbeantworter auch ziemlich schnell weg. Also nochmal schnell eine Runde durch den Ort gehen und auf Australien fluchen. Eine Stunde später war die Rezeption besetzt und wir haben den Schlüssel für das leere Haus bekommen. „Lasst ihn einfach auf dem Tisch liegen wenn ihr auscheckt.“ Wie einfach. Das leere Haus füllte sich dann doch noch irgendwann, wir vernichteten den Rest unseres Weines und hatten eine Supersicht auf den Sonnenuntergang.

Am Sonntag ging es nicht ganz so spektakulär durchs Inland über Geelong zurück nach Melbourne und aufs St. Kilda Festival.

7 Tage in der City of Melbourne


2011
02.14

4:30 Uhr klingelt der Wecker, macht aber nix, geschlafen habe ich auf der durchgelegenen Matratze und den 30°C in Auckland sowieso nicht. Für mich geht es zum Flughafen: Mal schnell nach Melbourne fliegen.

Dank Self-Checkin ist das Gepäck schnell weg und ich beim Kaffee, um wenigstens etwas aus den Schlitzen, die meine Augen sein sollen, zu sehen. 3 St. und 50 min. dauert der Flug in der vollbesetzten 747-400, natürlich gibt es bei einem Ticketpreis von $70 kein Essen, aber die Filme und das Unterhaltungsprogramm sind gut. Und am Ende muss ich ja sagen, dass ich lange nicht so viel Beinfreiheit in einem Flugzeug hatte, aber vielleicht werde ich auch nur anspruchsloser.

In Melbourne angekommen, geht alles ganz schnell, bis es dann ganz langsam geht. Raus aus dem Flieger und in der Schlange stehen. Mit den Einreisebestimmungen und dem dazu nötigem Prozedere beim Passcheck haben die Aussis und Kiwis beide so ihre Probleme. Ich würde empfehlen einfach mal alle 8 Kontrollstationen zu besetzen und nicht die zwei gelandeten 747 auf vier Mitarbeiter aufzuteilen. Dann ging es aber wirklich schnell, rein in den Airport-Express-Bus und direkt in die City. Mein Ziel St. Kilda, alternatives Party und Ausgehviertel direkt am Strand. In der Zeit in Melbourne wohne ich bei Arne und da dieser in St. Kilda arbeitet und ich mir nicht einmal eine Karte von Melbouren besorgt habe, war es das Einfachste ihn dort zum Lunch abzufangen. Während Arne noch fleißig bei der Arbeit war, habe ich die notwendigen Gänge erledigt: Handykarte kaufen, Metroticket besorgen und Kaffee trinken. Abends dann auf ein oder mehr Bier in Melbourne unterwegs gewesen und am nächsten Morgen früh los um die Stadt zu erkunden.

Eines fällt mir direkt auf, das Leben in Melbourne ist ganz anders als in Auckland oder Wellington. Die Stadt ist kosmopolitischer, ohne dabei die übertriebene Hektik von den neuseeländischen Großstädten zu übernehmen. Zwischen Wolkenkratzer stehen kleine Backsteinkirchen, die City besteht aus großen Einkaufsstraßen wie der Berliner Kuhdamm, aber genauso aus kleinen gepflasterten Straßen wie die Hamburger Schanze oder Altona. Melbourne macht Spaß, ob direkt am Wasser mit der Skyline im Hintergrund oder in der Tram zu einem der zahlreichen Parks fahren. Für mich genau die richtige Mischung. Wenn Australien (wie Neuseeland) nicht in den vergangenen Monaten die Preise so sehr angezogen hätte, dann könnte man hier super leben.

Neben den Standardtouristenpunkten wie Docklands und Flinder-St-Station, kann ich das Melbourne Museum nur empfehlen. Ein naturwissenschaftliches Museum, welches durch viele Interaktivität die Besucher irgendwie fesselt. Im Eingangsbereich wird man direkt von einem Walskelett begrüßt, welches von einem Tier stammt das 1992 an den Australischen Strand gespült und präpariert wurde. Von Dinosaurieraustellung bis zu lebendigen Käfern, von der menschlichen Entwicklung bis zur Entwicklung der Erde der letzten 250 Mio. Jahren ist alles dabei. Besonders gut auch die Ausstellung zur Aborigine-Kultur und -Geschichte. Insgesamt genau die richtige Mischung zwischen dem Spielplatz Te Papa (Wellington) und dem sterilen National War Museum (Auckland). Und mit (abgelaufenem) Studentenausweis kommt man sogar umsonst rein.

Am Wochenende war dann das jährlich stattfindende St-Kilda-Festival, zu dem natürlich auch Arne und ich gegangen sind, zusammen mit tausenden Anderen. Zwischen den typischen Fressbuden und Tshirtständen gab es vor allem eins: Hut-Verkäufer. Leider hat mal wieder kein Hut auf meinen dicken Schädel gepasst. Mit Live-Musik an jeder Ecke und der bald untergehenden Sonne ließ es sich doch ganz gut in St. Kilda aushalten. Leider war auch hier mal wieder Alkohol verboten, damit gab es keine Bierstände und in die teuren Clubs war kein Reinkommen für einfache Backpacker. Die restlichen Tage in Melbourne werde ich noch mit Kaffeetrinken und Großstadtgenießen verbringen, bevor es weiter nach Sydney geht. Endliche wieder Flugmeilen sammeln.

Waitangi Day


2011
02.07

Gestern war (mal wieder) Feiertag in Neuseeland. Diesmal war es der Waitangi Day und damit Jahrestag der Unterzeichnung der “Treaty of Waitangi” vor 171 Jahren. Mit der Unterzeichnung wurde Aotearoa zur britischen Kolonie und damit zu Neuseeland als Nation. (Die genaue Geschichte einfach mal bei Wikipedia nachlesen http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Waitangi)

In Auckland fand zu diesem Anlass ein großes Festival am Tag statt, mit Raggae-Bands und viel Maori-Kultur. Für mich hieß das den ganzen Tag in der Sonne sitzen und schwitzen und zum Mittag Hangi essen.