Nachdem ich die Feiertage in Nelson verbracht hatte, ging es nach kurzem, dafür aber regnerischem Intermezzo in Picton mit der Interislander Fähre knapp drei Stunden über die Cook-Street in die neuseeländische Hauptstadt. Und nein, ich bin nicht schon wieder in Auckland, denn die kleinere, aber nicht weniger spektakuläre Stadt Wellington im Süden der Nordinsel ist die Regierungsstadt Neuseelands.
Vom Fähranleger sind es knapp 3 km bis in die Innenstadt, wo das YHA Wellington Central liegt, in dem ich bereits im Voraus einige Nächte gebucht hatte. Da ist man doch froh, wenn am Anleger ein Shuttlebus des Fährbetreibers wartet und für nur 2$ einen in die Stadt fährt. Doof nur, wenn die Stadt der knapp 750m entfernte Bahnhof ist, von dem man dann eben nochmal ein ganzes Stück laufen muss (wenn man zu geizig für einen richtigen Shuttleservice ist).
Bei Einheimischen bekannt als „windy Welly“, begrüßte mich die Stadt auch direkt mit einer steifen Briese und Regen. Am nächsten Tag war zumindest der Regen vorbei und es konnte bei strahlend blauem Himmel los gehen. Wieder auf der Nordinsel und über Neujahr direkt in Wellington.
Wie zu erwarten bietet Wellington für Touristen einige gute Stationen, um die Zeit zu verbringen. Direkt an der Waterfront steht das moderne „Te Papa“-Museum, welche interaktiv über Maori- und Neuseelandgeschichte informiert. Dazu kommt eine komplette Etage naturwissenschaftlicher Ausstellungen inklusive 3D-Kino, einem Bushtrack und einem riesen Jellyfish. In der 4. bis 6. Etage finden ständig wechselnde Ausstellungen statt, so wie zur Zeit die Ausstellung „European Masters“ die ich mir auf Grund meines geringen Interesses zur klassischen Malerei und den 22$ Eintritt nicht angeguckt habe. Kostenlos, wie das sonstige Museum inklusive Wifi, war die Ausstellung des Fotographen Brian Blake. Zu sehen waren beeindruckende Pressefotos aus der ganzen Welt, aufgenommen zwischen 1941 und 1965 mit ausnahmslos Leica-Kameras. Wirklich gut gewesen, leider war der Fotoband zu schwer für mein Backpack und ist auch in Deutschland nur schwer zu bekommen. Hat man sich dieses Museum angeguckt, bleiben in Wellington noch gefühlten 500 weitere Musen, z.B. Cable-Car-Museum, Olympiamuseum und Museum of Wellington. Zum Cable-Car-Museum kann man auch gleich mit einem direkt aus der Stadt fahren und kommt am Eingang zum botanischen Garten an. Der Garten, der direkt am Berg gelegen ist, bietet kleine Lehrpfade und unterschiedliche Themengärten den gesamten Berg hinunter bis zurück in die Stadt. Insgesamt benötigt man für Cable-Car und Garten zwischen 1 und 3 St.
Falls einem das viele Wandern und Treppensteigen noch nicht genug ist, kann man auch selber aktiv werden und Kaya oder Stand-Up-Paddling mieten. Ich war auch wieder bereit, aber wie sollte es auch anders sein… zu starker Wind. Den werd ich in Neuseeland wohl nicht mehr los.
Die restlichen Tage Wellington bestanden aus Kaffee trinken, Sonne genießen und ein bisschen Shopping. Nicht vergessen sollte man bei einem Besuch in Wellington die Besteigung des Mt Victoria, liegt nur 300m über Sealevel, bietet aber Wanderwege, so dass der Aufstieg schon gut mal 2 Stunden dauern kann. Man sollte vielleicht nicht den Fehler machen und wie ich an einem Sonntag, der zu dem noch Neujahr hieß, dort hoch laufen. Touristenmassen die in Reisebussen bis an die Aussichtsplattform gekarrt werden sieht auf keinem Foto gut aus und macht die Stimmung dort oben auch weniger eindrucksvoll.
Insgesamt habe ich 10 Tage in Wellington verbracht, dabei 25 Tassen Kaffee getrunken, knapp 600 Seiten englischen Krimi gelesen und mir fünf Blasen gelaufen, ich sollte vielleicht nicht ständig in Flipflops unterwegs sein. Weiter geht‘s in Richtung Norden entlang der Westküste nach Wanganui.
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Tourileben in Wellington
2011
01.08
01.08