Museen, Türme, Sternwarte… und endlich wieder Rudern

2011
01.14

Nachdem ich in Wellington meine Flüge für Australien und die USA gebucht habe, stand fest, dass ich genau 4 Wochen für die Nordinsel Zeit habe. Zeit genug also es wieder etwas ruhiger angehen zu lassen und ein paar Tage und guten Orten zu bleiben. Der erste dieser Ort war Wanganui an der Westküste.
Wanganui ist einer der größeren Ort der Nordinsel und direkt am Meer gelegen. Hier gibt es einen großen Hafen und einen domestic Airport. Neben einigen Parks gibt es hier mal wieder einige interessante Musen, wie das Riverboat Museum oder die Tram N°12.
Am ersten Tag in Wanganui hab ich den Queens Park und den Tower angeguckt. Auf einem Berg steht ein Turm als Denkmal an die Opfer des ersten Weltkrieges. Auf den Berg hinauf geht es entweder zu Fuß oder mit einem Fahrstuhl, der über einen Tunnel im Berg erreichbar ist. Von oben gibt es eine gute Aussicht und man kann das gesamte Gebiet zwischen Westküste und Tongariro National Park einsehen. Der Queens Park ist nicht so besonders, halt ein normaler Park, allerdings sind dort Museum und Bücherei gelegen. Am Abend ging es dann in die Sternwarte, mit dem 150 Jahre altem Teleskop. Im Sommer hat die Warte jeden Freitag ab 20:30 Uhr geöffnet und man wird von einem freundlichen älteren Mann begrüßt, der alle Fragen zu Sonne, Mond und Sternen geantworten kann und nebenbei ein paar Geschichten aus seiner Jugend, natürlich in der Sternwarte, erzählt. Sehen kann man nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass dieses Teleskop bereits 1859 gebaut wurde und seit 1907 in Neuseeland steht, ist es schon beeindruckend den Jupiter erahnen zu können.
Am nächsten Morgen ging es früh raus, der Wecker hatte bereits 5:30 Uhr das erste Mal geklingelt. Und es gibt nicht Vieles was mit im Urlaub um diese Zeit aus dem Bett treibt. Versucht hatte ich es bereits in Christchurch, was auf Grund von Erdbebenschäden nicht möglich war, in Wellington waren Ferien, der Coach im Urlaub und irgendwie hatte ich den Eindruck die Bootshäuser sind öfter vermietet als dort jemand Sport macht. Aber jetzt, 6:30 Uhr in Wanganui, Union Boatsclub, endlich wieder Rudern. Durch einen Kontakt hatte ich die Telefonnummer von Des Healey bekommen und mich mit ihm zum rudern verabredet. Des war von 1989 bis 1991 Weltmeister im Leichtgewichtseiner und hat sich mit mir zusammen gleich in den Zweier gesetzt. Der Wanganui-River ist der größte schiffbare Fluss Neuseelands und stark von den Gezeiten beeinflusst. Für uns ging es an diesem Morgen einige Kilometer flussaufwärts und dann mit der Flut wieder zurück zum Bootshaus. Des hatte nicht vor in den nächsten Tagen nochmal zu rudern und hat mir gleich seinen Schlüssel gegeben und mir gezeigt welche Boote ich benutzen kann. Am nächsten Tag stand ich gegen 8:00 Uhr am Steg und wurde zusammen mit „Bob‘s son“ in ein Boot gesetzt. Der Sohn von Bob ist einige Jahre für die Nationalmannschaft gerudert, jetzt bei der Army und war mit mir am Ende zwei Stunden unterwegs. Zwar hat er schon nach 2 km gejapst, als hätte er die letzten drei Jahre kein Boot angeguckt, ging doch aber ganz gut und hat Spaß gemacht. Für alle die nicht rudern ist es möglich Kajaks zu mieten, eine Fahrradtour an der Wanganui-Riverroad oder mit dem Dampfschiff eine Rundfahrt zu machen.
Zum Strand habe ich es in den 3,5 Tagen zwar nicht geschafft, dieser soll aber auch sehr schön sein und vorzugsweise mit dem Fahrrad in 20 Minuten erreichbar.
Am frühen Nachmittag hat mich der Intercity Bus dann abgeholt um weiter in Richtung New Plymouth zu fahren. Insgesamt ist Wanganui auf jeden Fall zwei bis drei Tage Halt wert. Von dort ist auch die Weiterfahrt in den Wanganui National Park und zu den viele Tracks und Trails möglich.

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