Twizel, der letzte Tag im Landesinneren

2010
12.22

Wie fang ich nur an über Twizel zu schreiben, ohne das es wieder so ein negativer Artikel wird?! Vielleicht…:
Es war mal wieder ein typischer neuseeländischer Sonntag, als ich mit dem Bus bei strömenden Regen aus Mt Cook in Twizel an kam. Alle Geschäfte hatten geschlossen, weit und breit war kein Mensch zu sehen und sogar die paar Touristen schienen sich in ihre Zimmer eingeschlossen zu haben. Aber wenigstens hatte Twizel mit seinen knapp 1000 Einwohnern einen Geldautomaten und einen Supermarkt, was nach Tekapo und Mt Cook wirklich notwendig war, denn sowohl Geld- als auch Nahrungsreserven gingen dem Ende entgegen.
Meine Übernachtung im YHA hatte ich bereits aus Mt Cook gebucht und so bestand die erste Hürde erst einmal daraus dieses zu finden. Getarnt als riesen Motelanlage kam es dann daher und so wohnte ich in Twizel im Einzelzimmer in der Bettenburg. Auf die Frage, was man in der Stadt an einem Sonntag machen kann, meinte die Frau an der Rezeption nur „Nothing.“ Und gut erzogen wie ich nun mal bin, hab ich genau das auch gemacht. Mein Versuch zu einem See zu gehen, habe ich nach 30 Minuten wegen akuter Unlust abgebrochen, der Fernseher im Zimmer hat auch nicht funktioniert und so hab ich dann über Internet und die ZDF-Mediathek die Krimis vom Freitag geguckt (in Modemqualität versteht sich). Absolutes Highlight und Abschluss des Tages war eine Folge „Der Landarzt“, na ja was man sich nicht alles an tut im Motel in Twizel.
Insgesamt bildet Twizel das Schlusslicht der neuseeländischen Alpen Städte und muss nicht unbedingt besucht werden, wenn man nicht unbegrenzte Zeit hat. Im Winter sieht die Sache wohl schon anders aus, da von hier aus jede Menge Skipisten starten und die Unterkünfte im Vergleich zu Mt Cook relativ günstig sind. Für mich geht es nun über Weihnachten nach Norden in den Abel Tasman National Park und zu Neujahr dann in die Hauptstadt, da gibt es dann auch wieder mehr zu berichten als über Twizel.

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