Archive for Dezember, 2010

Sonnige Zeiten in Nelson


2010
12.30

In Nelson habe ich insgesamt sieben Tage verbracht. Grund genug also der Stadt einen kurzen Artikel zu widmen.
Nelson ist im Norden der Südinsel an der Tasman Sea gelegen und lockt mit den meisten Sonnenstunden (2009) einheimische und internationale Gäste an. Die Stadt zieht sich direkt an der Küste entlang der dort gelegenen Berge und geht direkt in die Nachbarstadt Richmond über. Mit 45.000 Einwohnern kann man auch schon von einer richtigen Stadt sprechen, mit Shopping- und Kneipenvierteln, alles da um ein paar gute Tage zu verbringen. Vom Zentrum ist man zu Fuß ungefähr 40 Minuten zum westlich gelegenen Strand unterwegs, welcher ähnlich wie die Nordseebäder in Deutschland mit Surfschulen, Eisständen, Fressbuden und der größten Tide Neuseelands daher kommt. Hier lässt es sich also aushalten, wäre da nicht der stramme Wind, der den feinen Sand in alle Ritzen weht…
Hat man genug vom Strand kann man sich stilgerecht ins Zentrum Neuseelands begeben. Auf einem kleinen Berg ist symbolisch das geographische Zentrum Neuseelands angelegt worden, mit Ausblick über die ganze Stadt. Der Wanderweg zum Gipfel führt auch gleich am südlichsten Kauribaum der Welt vorbei. Dieser wurde 1955 (?) angepflanzt und ist ziemlich mickrig für einen Kauribaum.
Von Nelson lassen sich auch viele Touren planen, so fahren z.B. alle Shuttlebusse zum Abel Tasman in Nelson los und auch in die Golden Bay fahren hier die Busservice ab.
In Nelson lässt es sich also aushalten und gerade wenn man von der verregneten Westküste kommt, dann bietet die Sonnenstadt eine willkommene Abwechslung. Dabei punktet Nelson mit den besten Backpackern und Hostels des Landes, ob The Bug, Shortbreadcottage oder das 5-Sterne-YHA hier findet jeder etwas, in der Hauptsaison sollte man allerdings im Voraus reservieren.

Unterwegs im Abel Tasman National Park


2010
12.28

Wenn man als Neuseelandreisender sich im Norden der Südinsel aufhält, gehört der Abel Tasman National Park zur Pflichtveranstaltung.
Ca. 1,5 Stunden westlich von Nelson im kleinen Ort Marahau beginnt der National Park und es werden etliche Möglichkeiten geboten diesen Park zu erkunden. Dabei ist für jeden etwas dabei, ob man nun 3 Tage den Track durch den Park wandern, zwischendurch in DOC-Camps zelten will oder einzelne Buchten und Strände mit dem Wassertaxi anfahren möchte, alles ist möglich. Während meines Aufenthalts in Nelson habe ich zwei Ausflüge in den Park unternommen.
Die erste Tour startet am 24.12. kurz vor 7 Uhr, als mich der Bus vom Hostel abgeholt hat, um mich nach Kaiteriteri zu fahren. Dort hatte ich eine Kajaktour gebucht. Nach dem Check-In, am kleinen Schalter vom Veranstalter Wilson, fuhr das Shuttleboot mit allen Abel-Touristen in die Torrentbay. Dort hatte der Veranstalter eine Lodge, in der sämtliches Equipment untergebracht war und wo wir uns für den bevorstehenden Tripp vorbereiteten. Leider waren die Wettervorhersagen für diesen Tag mal wieder alles andere als kajakfreundlich und damit wurde die Beaches, Bays and Seals Tour auf ein kleines Inlet, welches nur bei Flut Wasser führt, verlegt. Bei starkem Wind und Regen legten unsere drei Boote vom Strand in Richtung Inlet ab. Im Inlet gab es mal wieder eine Menge Natur zu sehen und unsere Guide konnte auch eine Menge dazu erzählen. Nach knapp 2 Stunden legten wir an und gingen in Richtung Cleopatra‘s Pools, wo wir unsere Lunchpakete leerten und uns in der Sonne aufwärmten. Irgendwann ging es dann weiter mit den Kajaks weiter, leider diesmal zurück zum Strand wo bereits das Shuttleboot auf uns wartete. Insgesamt war es ein guter Tripp, allerdings hätte ich mir mehr Kajak fahren und weniger Wandern, durch die Gegend treiben oder Pause gewünscht. Wandern war nämlich schon zwei Tage später mein Plan.
Da am 26.12. Weihnachten hier in Neuseeland schon wieder vorbei war, ging der normale Alltag wieder los und ich bin zum Wandern in den Abel Tasman gefahren. Wieder erst mit dem Bus und dann mit dem Boot, diesmal in die Anchorage Bay. Von dort führt der Wanderweg zurück nach Marahau und sollte ungefähr 4 Stunden dauern. Über einen kleinen Berg läuft der Wanderweg immer an der Küste entlang und bietet einige Möglichkeiten Pausen an kleinen Buchten zu machen. Ist man nicht gerade an einer Bucht oder auf dem Berg, führt der Weg durch dichten Urwald vorbei an riesigen Farnen. Leider ist der Weg doch sehr überlaufen und man trifft alle hundert Meter irgendwelche Menschen. Und so schlägt man sich mit „Hello“ und „How are you?“ durch den Urwald. Am Ende benötigt man mit normalem Tempo ca. 3 Stunden inklusive einiger Pausen und Umwegen zu Aussichtspunkten. Allerdings sollte man nicht den Fehler machen und davon aus gehen, dass der Bus direkt am Ausgang des National Parks steht und so kam ich am Ende doch noch ins schwitzen, als ich 5 Minuten vor Abfahrt immer noch nicht wusste wo die Bushaltestelle war und der Ort scheinbar kein Ende nahm.
Trotz der vielen Besucher ist der Abel Tasman definitiv einen Besuch wert. Wer billig und individuell den Park erkunden möchte, sollte sich die Busse im iSite buchen, im Hostel mindestens einen Mitfahrer suchen und dann in Kaiteriteri ein Kajak mieten. Damit ist es möglich bis zu einer Buch zu paddeln und das Boot dort abholen zu lassen. Der Rückweg zu Fuß ist dann immer noch problemlos möglich und man erreicht den Bus pünktlich von Marahau nach Nelson.

Weihnachten am Ende der Welt


2010
12.25

Wenn man auf einer längeren Reise ist, lernt man natürlich auch viel über die Traditionen zu bestimmten Feiertagen der Länder. Ich darf dieses Jahr Weihnachten in Neuseeland verbringen und bin für die Feiertage in die Stadt Nelson gefahren.Kajaktour am Heiligabend
Für mich ist dies das erste Weihnachten im Sommer und das erste Weihnachten nicht zu Hause bei meiner Familie. Um so spannender ist es mit zu bekommen, wie hier Weihnachten gefeiert wird. Seit ich in Neuseeland angekommen, sind die Geschäfte recht einfach, dafür aber sehr kitschig mit Deko für Weihnachten geschmückt. Ansonsten erinnert jedoch nix an das traditionelle Weihnachten wie ich es aus Deutschland kenne. Zum einen ist da das Wetter, welches mit Sonne und 25°C doch wesentlich angenehmer ist, als die chaotischen Zustände in Deutschland. Leider kommt dabei auch so gar keine Weihnachtsstimmung auf und natürlich gibt es auch keine Weihnachtsmärkte mit lecker Glühwein.
Hier in Neuseeland feiern die Leute nur am 1. Weihnachtsfeiertag richtig, dort gibt es Geschenke, Brunch, danach geht es an den Strand und abends gibt es dann ein BBQ mit Freunden und Verwandten. Der Heiligabend heißt hier natürlich Christmas Eve und wird genutzt um mit Freunden weg zu gehen und gemeinsam zusammen zu sitzen. Ich war dieses Jahr am Heiligabend Kajak fahren im Abel Tasman National Park (bald mehr dazu).Ende der Kajaktour am Heiligabend Am Abend bin ich dann nichts ahnend durch die Stadt gelaufen und habe doch noch etwas Weihnachtsstimmung gefunden. Auf dem zentralen Church Hill in Nelson hatten sich an die 2000 Leute versammelt, um gemeinsam mit dem Männerchor und einem Orchester Weihnachtslieder zu singen. Jeder bekam ein kleines Heft mit den Liedern und eine Kerze gegen Spenden für die Kirche und der gut betrunkene gelaunte Moderator hat durch den Abend geführt. Wirklich eine Sache, die man so auch mal in Deutschland durch führen könnte, warum in kalte Kirchen setzen?! Leider entpuppte sich der vermeintliche Glühweinstand als Kaffeewagen, für Deutschland muss also noch optimiert werden.Weihnachtssingen am Church Hill
Am ersten Weihnachtsfeiertag haben dann auch mal alle Geschäfte zu und damit sind wirklich ALLE gemeint, Tankstellen, McDonalds, die kleinen 24h-Shops, alles zu. Doch zum Glück wird der 2. Weihnachtsfeiertag, Boxingday, nicht wirklich gefeiert, sondern traditionell zum Shoppen genutzt. Damit haben dann auch wieder alle Läden bis spät auf und Weihnachten ist vorbei.
Ich werde den zweiten Weihnachtsfeiertag noch einmal nutzen um in den Abel Tasman zu fahren und dort eine kleine Wanderung zu machen.Frohe Weihnachten

Whalewatching in Kaikoura… oder auch nicht


2010
12.22

Da in Neuseeland die Sommerferien begonnen haben und gerade über die Feiertage zu den Touris auch noch die Kiwis dazu kommen, ist es ratsam seine Unterkünfte und Reiseverbindungen im Voraus zu buchen. Meine Reise führt mich von Christchurch über Kaikoura nach Nelson, wo ich Weihnachten verbringen werden, dann weiter nach Picton und zu Silvester werde ich in Wellington sein, um dort etwas unter Menschen zu kommen.
Für Kaikoura habe ich einen Tag eingeplant und natürlich Whalewatching gebucht. Mit 98% Chance Wale zu sehen wird das Ganze beworben und da Wale in meiner „Schon-gesehen“-Liste noch fehlen habe ich das Ganze für 15:30 Uhr zwei Tage zuvor gebucht. Aber als ich gegen 9 Uhr in Kaikoura ankam, merkte ich bereits, dass zum Wale gucken irgendwie nicht das optimale Wetter ist. Extrem warmer aber sehr stürmischer Wind machte mir sogar den Weg zum Hostel schon schwer und die Brandung war bis in die letzte Straße des Ortes deutlich zu hören. Sicherheitshalber habe ich der Whalewatch Station schon relativ früh einen Besuch ab gestattet, wo schon gefühlte tausend Menschen an den Schaltern standen. Auf den Anzeigetafeln über alle der Vermerk „Canceled“. Für meine Tour stand noch nix konkretes fest, also versuchte ich erstmal das Beste aus der Sache zu machen und legt mich, mit der Nase in den Wind, an den Strand. Jetzt kam sogar die Sonne raus und irgendwie tat das mal wieder gut, nach den kalten und verregneten Alpen und der Westküste, sich die Sonne auf die Wampe scheinen und den Wind um die Ohren wehen zu lassen. Und so lag ich einige Stunden in der Sonne, bis der Hunger und der Rücken (weil Steinstrand) mich dann doch wieder hoch trieben. Inzwischen war auch meine Tour als gecancelt angeschrieben und ich bekam mein Geld zurück überwiesen, leider fuhr mein Bus am nächsten Tag zu früh für eine andere Tour. Aber irgendwie hat mich das nicht weiter geärgert als ich fünf Minuten später in der Sonne bei Fish&Chips saß. Wer weiß ob wir Wale gesehen hätten und besser es wird abgesagt und ich bekomm mein Geld wieder, als das sie bei der Welle raus fahren und ich seh nur mein Frühstück wieder. Vielleicht haben sich die Wale ja auch gefreut, einen Tag mal nicht ständig begafft zu werden. (Natürlich hatte sich das Meer pünktlich 15:30 Uhr beruhigt)
Den Rest des Tages habe ich am Strand in der Sonne gebrutzelt und mal wieder was für die Pigmente getan, abends dann in den Pub und morgens dann pünktlich zum Sunrise 05:00 aufgestanden.
Weiter geht‘s nach Nelson, dort bleibe ich mal wieder etwas länger und es steht Kayak im Abel Tasman National Park am 24.12. auf dem Programm.

An Alle schon mal frohe Weihnachten.

Twizel, der letzte Tag im Landesinneren


2010
12.22

Wie fang ich nur an über Twizel zu schreiben, ohne das es wieder so ein negativer Artikel wird?! Vielleicht…:
Es war mal wieder ein typischer neuseeländischer Sonntag, als ich mit dem Bus bei strömenden Regen aus Mt Cook in Twizel an kam. Alle Geschäfte hatten geschlossen, weit und breit war kein Mensch zu sehen und sogar die paar Touristen schienen sich in ihre Zimmer eingeschlossen zu haben. Aber wenigstens hatte Twizel mit seinen knapp 1000 Einwohnern einen Geldautomaten und einen Supermarkt, was nach Tekapo und Mt Cook wirklich notwendig war, denn sowohl Geld- als auch Nahrungsreserven gingen dem Ende entgegen.
Meine Übernachtung im YHA hatte ich bereits aus Mt Cook gebucht und so bestand die erste Hürde erst einmal daraus dieses zu finden. Getarnt als riesen Motelanlage kam es dann daher und so wohnte ich in Twizel im Einzelzimmer in der Bettenburg. Auf die Frage, was man in der Stadt an einem Sonntag machen kann, meinte die Frau an der Rezeption nur „Nothing.“ Und gut erzogen wie ich nun mal bin, hab ich genau das auch gemacht. Mein Versuch zu einem See zu gehen, habe ich nach 30 Minuten wegen akuter Unlust abgebrochen, der Fernseher im Zimmer hat auch nicht funktioniert und so hab ich dann über Internet und die ZDF-Mediathek die Krimis vom Freitag geguckt (in Modemqualität versteht sich). Absolutes Highlight und Abschluss des Tages war eine Folge „Der Landarzt“, na ja was man sich nicht alles an tut im Motel in Twizel.
Insgesamt bildet Twizel das Schlusslicht der neuseeländischen Alpen Städte und muss nicht unbedingt besucht werden, wenn man nicht unbegrenzte Zeit hat. Im Winter sieht die Sache wohl schon anders aus, da von hier aus jede Menge Skipisten starten und die Unterkünfte im Vergleich zu Mt Cook relativ günstig sind. Für mich geht es nun über Weihnachten nach Norden in den Abel Tasman National Park und zu Neujahr dann in die Hauptstadt, da gibt es dann auch wieder mehr zu berichten als über Twizel.