Nach drei Tagen in Dunedin auf der Ostseite der Südinsel, ging es für mich über Invercargill zum Lake Te Anau im Fjordland Neuseelands.
In Invercargill bin ich am späten Nachmittag im Regen angekommen und wurde vom Intercity-Busfahrer auch direkt vor die Tür des Southern Comfort Backpacker gefahren. Über Invercargill findet man in den gängigen Reiseführern wenig bis keine Informationen, es soll aber die südlichste und gleichzeitig westlichste Stadt Neuseelands sein und ist sehr stolz darauf, dass es die „familienfreundlichste Stadt“ auf der Südinsel ist. Spätestens da hätte ich es merken müssen und eigentlich vom Besuch in Invercargill absehen sollen. Aber da ich eh keine Lust auf 5 Stunden Busfahrt von Dunedin nach Te Anau hatte, kam mir der Zwischenstopp ganz gelegen. Am Abend habe ich dann den Queens Park während einer kleinen Joggingrunde erkundet. Aber viel mehr als die bekannten botanischen Gärten aus Christchurch oder Oamaru konnte dieser Park auch nicht bieten. Nach einem Abend mit Buch in der alten Villa die nun als Backpacker diente, ging es früh ins Bett, der Bus nach Te Anau am nächsten Tag fuhr ja schon gegen 15 Uhr wieder ab. Also früh aufstehen und die Stadt erkunden.
Nach knapp einer halben Stunde wusste ich, dass Keith Richards Recht hatte, als er sagte: „Invercargill is the asshole of the world.“ Von den 50.000 Menschen habe ich max. 2 auf der Straße gesehen, dafür fuhren auf den breiten Straßen Unmengen an Autos. Auch die „great retail-stores“ waren irgendwie nicht dort wo ich war. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt des Busses habe ich dann mit der Suche nach einem Supermarkt verbracht. Gar nicht mal so einfach in Invercargill.
Also weiter in Richtung Fjordland. Mein Ziel und Ausgangspunkt für viele Fjord- und Wandertouren war Te Anau. Direkt am See gelegen machte die Stadt mit Promenade und kleinen Geschäften, wie man sie aus Ostseestädten kennt, direkt einen guten Eindruck. Die ersten zwei Nächte habe ich in der Lakeview Backpacker Lodge übernachtet und mit Blick auf den See und die Berge gefrühstückt. Von dort startete meine erste größere Wanderung. Neben den Fjordtouren ist Te Anau auch Ausgangspunkt für viele Wanderer die den Kepplertrack bezwingen wollen. Und so bin ich übermütig auch gleich in Richtung Track gegangen und dort eine Wanderstrecke die mit 3,5 Stunden ausgeschrieben war entlang. Nach zwei Stunden kam ich in meinem dicken Baumwoll-Shirt und komplett durchgeschwitzt am „Rainbow Beach“ an. Strand war zwar nirgends zu sehen, aber eine Hängebrücke direkt über den Monakauriver. Wasserflaschen im Fluss auffüllen, Füße kühlen und wieder zurück. Am Ende war ich für 30 km, keine 6 St. unterwegs und kam etwas fertig im Backpacker an. Mein Trost: in meinem Zimmer wohnte nun ein Kanadier der in den letzten drei Tagen den gesamten Kepplertrack gewandert ist und auf die Frage „How are you?“ nur mit irgendwelchen Lauten antwortete (vielleicht war es auch Akzent
). Den Abend hab ich dann mit einigen Leute in der einzigen Bar im Ort verbracht und früh morgens das Hostel verlassen. Auf dem Tagesplan stand: Overnight Cruise im Doubtful Sound.
Nach dieser wirklich guten und empfehlenswerten Tour durch die Fjorde, habe ich mich entschieden noch zwei Nächte in Te Anau zu bleiben. Dafür habe ich mich im YHA eingebucht, welches mir schon in den Tagen zuvor viel besser gefallen hatte, als mein eigenes Hostel. Nach zwei entspannten Tagen am See geht es dann weiter in Richtung Queenstown.