Archive for November, 2010

World Rowing Championship und Cambridge


2010
11.07

Seit ich die Reise nach Neuseeland plane, habe ich auch immer geplant die Weltmeisterschaft im Rudern zu besuchen. Da noch einige Termine und Stationen der Reise unklar waren, konnte die Planung dafür nur recht kurzfristig stattfinden. Am Ende hat dann aber doch alles geklappt.
Die WM fand am Lake Karapiro, ca. 200 km südlich von Auckland, statt. Da in der recht großen Stadt Hamilton alle Hostels und Backpacker ausgebucht waren, habe ich nur noch ein Zimmer in Cambridge, keine 5 min. vom Lake entfernt, gefunden. Ich war bei bei Mary Jo und Grant untergebracht, die mich auch direkt vom Bus abgeholt haben und durch die britisch wirkende Stadt zu ihrem Haus gefahren haben. Bei den beiden hatte ich ein großes amerikanischen Wattebett und als erstes wurde mir Grants Stolz, sein selbstgebrautes Bier, präsentiert. Die Hauptbestandteile waren der Inhalt einer Tüte Hopfen und einer Tüte Biermischung, zusammen mit Wasser ergab das ein gar nicht mal so schlecht schmeckendes, an Drought erinnerndes Bier.
Der Fußweg zum Schuttelbus war nur 100 m lang und so ging es am Samstagmorgen früh an die Regattastrecke. Was ich nicht wusste, dass auf Grund der Verteilung auf 3 Finaltage die Rennen am Samstag erst gegen 11:30 Uhr begannen. Also hab ich mich, wie auch auf jeder normalen Regatta in Deutschland, bis zum ersten Rennen ordentlich mit Kaffee versorgt. Anstatt von meinem Platzes auf der schattigen Tribüne habe ich dann die Rennen zusammen mit Kristin aus Hamburg, Mathias aus Magdeburg und Alexander, den ich in Auckland kennengelernt hatte, von der Rasenfläche direkt am Wasser verfolgt. Das ich mal wieder keinen Sonnenschutz hatte, hat sich in Sonnenbrand auf Unteramen, Füßen und im Nacken gerächt. Aber damit hab ich das auch weg und kann nun direkt Bräune drauflegen.
Die Rennen am Samstag und Sonntag waren klasse. Enge Entscheidungen auf der Ziellinie, beste Bedingungen und die ruderverrückten Kiwis haben die Regatta zu einem Erlebnis gemacht, auch wenn man schon einige gute Regatten erlebt hat, hier hat alles gestimmt. Für die Deutschen gab es einige Medaillen, leider blieben Hoffnungen wie der Männer Doppelvierer und Doppelzweier, auch auf Grund der Bedingungen an den Vortagen, hinter den Erwartungen. Die Kiwis und damit auch meine Gastfamilie waren auch glücklich, da sie beide Zweier-ohne gewinnen konnten und für die spannendsten gesorgt haben.
Am Sonntag Nachmittag, nach vielen Rennen, einer Menge Sonne und dem ersten Wochenende unter Kiwis ging es mit dem Bus zurück nach Auckland ins YHA. Am Freitag geht mein Flug nach Christchurch auf die Südinsel, der Plan ist dort einen Job zu suchen und 2-3 Monate zu bleiben. Da sich hier aber täglich alles ändert, würde ich nicht auf mich wetten. Aber bis dahin werde ich mir nun doch noch mal Auckland näher anschauen.

Anreise und Auckland – die ersten Tage


2010
11.04

Die ersten Tage sind geschafft und das soll gar nicht abwerten klingen. Die Anreise war lang und hat etwas an Substanz verlangt, aber jetzt bin ich in Auckland und genieße die Zeit.

Los gegangen ist es am Montag (1.11.) um 10:00 Uhr. Abfahrt mit dem Auto von zu Hause. Das hieß den größten Teil der Familie verabschieden, um dann 5 St. mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren. Meine Eltern haben mich auf dem ersten Teil dieser Reise begleitet und mich gegen 22 Uhr am Check-In verabschiedet. Für ein Jahr Abschied nehmen fällt nicht leicht, gehört aber zum Weltentdecken dazu, genauso wie die Heimkehr.

Mit einem kurzen Zwischenstop in Singapur ging es dann auf insgesamt 20,5 St. Flug nach Sydney. Auf dem Flughafen kurz Beine vertreten. Und irgendwie hatte ich anschließend um 6:30 Uhr morgens (am 3.11.) Lust auf ein Bier. Kein Wunder in Deutschland war es knapp 21 Uhr. Aber kein Problem die Australier sind auf Zack und haben bereits zu dieser Uhrzeit eine Bar offen, in der es ausschließlich alkoholische Getränke gibt. Dafür gibt‘s von mir beide Daumen hoch.
Nach weiteren 3 St. Flug dann endlich die Landung in Neuseeland. Und der erste Eindruck: „Warum bin ich jetzt fast drei Tage unterwegs gewesen, um am Ende an der Nordsee an zukommen?“ Zu diesem Zeitpunkt war anscheinend Ebbe und in der Bucht nahezu kein Wasser. Oder meine müden Augen haben komische Sachen mit mir gemacht. Wer weiß das schon. Im Terminal hieß es nach stundenlangem Sitzen nun in der Schlange stehen: Zoll- und Biokontrolle. Aber kein Problem, meine verschreibungspflichtigen Medikamente habe ich im Interesse der Wartenden nicht auf den Einreisepapieren angegeben und so saß ich dann im Shuttlebus zum Hostel.

Auckland ist eine Stadt, die einem auf den ersten Blick sympathisch ist. Viele kleine, hügelige Straßen mit Ein- bis Zweifamilienhäusern. Der Stadtkern besteht eigentlich nur aus der Queens St. und ihren Ausläufern. Und direkt hier im CBD liegt auch das YHA Auckland International in dem ich 2 Nächte bleibe. Direkt nach der Anreise und heute habe ich mir dann das Zentrum angeguckt, war auf dem Skytower, am Hafen und habe meine ganzen Papiere zusammen gesucht bzw. beantragt. Nun kann die eigentliche Reise los gehen, mit Führerschein, Konto bei der Kiwibank (und schicker grüner Geldkarte), IRD, einheimischer Handynummer und einem Busticket nach Cambridge fahre ich morgen früh in Richtung Süden. Dort werde ich bei einem älteren Ehepaar übernachten, die mir ein B&B für viel zu viel Geld angeboten haben. Da alle anderen Möglichkeiten ausgebucht sind, hab ich mich nun aber doch entschieden dort zu bleiben. Immerhin ist die Busstation zum Lake Karapiro gleich gegenüber und die Fahrt kürzer als sie von Hamilton gewesen wäre.

Bleibt abzuwarten wie es nach dem Wochenende weitergeht. Ich freu mich drauf.