Auf meiner Reise über die Südinsel ging der erste Abschnitt entlang der Ostküste von Christchurch in südlicher Richtung. Dabei war die kleine Goldgräberstadt Oamaru erste Zwischenstation.
In Oamaru fühlt man sich direkt hundert Jahre in der Zeit zurückversetzt. An der steinigen Küste führt die Eisenbahnstrecke entlang, welche zum Abtransport von Gold erbaut wurde und immer noch, wenn auch wesentlich weniger, genutzt wird. Bekannt ist die Stadt auch durch den Abbau von besonders festen Sandstein dem Oamaru Stone, aus dem knapp 80% der Gebäude in der Stadt bestehen. So auch die kleine Kirche direkt an der Küste, in der eine kleine, ältere Dame mir erzählte wie schlimm es doch ist, dass die Jugend nicht mehr in die Kirche geht. Mit einigen „Yeah“s hab ich mich dem dreißigminütigem Vortrag dann ergeben.
Highlight von Oamaru und eigentlicher Grund des Zwischenstopps sind allerdings die Pinguine. Davon hat der kleine Ort gleich zwei Arten zu bieten. Die „most“ kleinsten Pinguine der Welt und die seltenen Gelbaugenpinguine. Zum späten Nachmittag bin ich dann den Wanderweg zwischen Schafherden durch zur Steilküste gewandert und hab dort zum ersten Mal die Natur von Neuseeland gesehen, wie man sich die immer vorstellt. Direkt an der Steilküste wurde ein Beobachtungspunkt errichtet von dem man die Pinguine in ihren Nestern und bei der Rückkehr vom Pazifik beobachten konnte. Nach dem die Sonne zum Abend noch mal ihr Bestes gegeben hat, kamen dann auch immer mehr Pinguine aus ihren Nestern. Für mich fast noch interessanter war ein kleiner Wanderweg auf der Spitze der Steilküste runter bis zum Strand. Echt gut. Die wesentlich spätere Besichtigung der kleinsten Pinguine im Hafen von Oamaru hab ich dann zu Gunsten eines Fernsehabends ausfallen lassen.
In Oamaru habe ich im Empire Hotel Backpacker gewohnt, ein wirklich sehr schönes, kleines und uriges Backpacker. Vor 150 Jahren als Hotel für Banker in der Stadt direkt neben der NationalBank errichtet bietet es zur Zeit Platz für knapp 30 Backpacker. Da alle 8 Bettzimmer ausgebucht waren, konnte ich für den gleichen Preis in einem 3 Bettzimmer wohnen. Am nächsten Morgen ging es dann für mich noch einen Wanderweg zum Viewpoint von Oamaru hinauf. Gar nicht mal so entspannt wie Wandern immer aussieht und die ersten Blasen ließen auch nicht auf sich warten. Doch für die Aussicht und die Fotos hat es sich dann alle Mal gelohnt.
Am Mittag saß ich wieder im Bus und es ging weiter Richtung Süden mit dem nächsten Ziel Dunedin.
Dunedin zählt zu den größeren Städten auf der Südinsel und bietet einiges zum Angucken. Darum ging es am Abend direkt zur ersten Attraktion der Stadt. Dazu sei gesagt, dass jede Stadt in Neuseeland „world famouse“ für etwas ist oder irgendwas „the most“ hat. Und so ist Dunedin „world famouse“ für die „most steppest“ bewohnte Straße der Welt und steht damit sogar im Guinnessbuch. Um die Straße zu erreichen muss man aber zuerst eine kleine Wanderung in die Randbezirke der Stadt auf sich nehmen. Vorbei am botanischen Garten und über den Campus der Otaga University kam ich dann an dieser kleinen Straße an, die so scheint, als hat sich ein fauler Stadtplaner gedacht: „Die kürzeste Verbindung zwischen Tal und Gipfel ist eine gerade Straße“. Während einige Touristen versucht haben die Straße mit ihren Autos zu meistern, habe ich mich dann doch lieber auf traditionelle Art und Weise zu Fuß bis nach oben getraut. Von oben hat man eine ganz gute Aussicht auf den Speckgürtel der Stadt und die Straße wirkt von oben erst richtig auf einen. Ob die Straße nun den Weg wert ist, muss jeder für sich entscheiden, ich wollte die Stadt allerdings nicht verlassen ohne dort gewesen zu sein. Kleiner Ansporn für den Rückweg war die Speight‘s Brauerei die wieder in der Innerstadt war und wo um 19 Uhr die letzte Führung des Tages startete. Normalerweise nur mit Anmeldung konnte ich die Tour auch so mitnehmen und konnte mich so durch über 100 Jahre Brauereigeschichte riechen, gucken und vor allem schmecken. Die Brauerei und die Führung sind die 19$ wirklich Wert, denn man erfährt nicht nur wie das Bier in Neuseeland gebraut wird, sondern bekommt auch Zusammenhänge zwischen der Brauereientwicklung und der Stadtentwicklung aufgezeigt. Nach knapp 60 Minuten endet die Führung dann mit einer Verkostung der 6 Biersorten der Brauerei. Das Ganze findet in einer kleinen Bar statt wo jeder sein Glas mit allem füllen kann, was gerade so zu finden ist. Besonders stolz ist die Speights Brauerei darauf, dass sie nicht wie die deutschen und tschechischen Brauereien 2 – 5 Wochen für die Gehrung brauchen, sondern nur 2 Tage. Geheimnis dahinter ist die Zugabe von Unmengen an Zucker um alles zu beschleunigen und heraus kommt „Speight‘s Pilsener“ welches echt ungenießbar ist. Die Originalsorte schmeckt wie schlechtes irisches Bier und auch Porter und die „organic“ Biere sind nicht die Bringer. Einzig die Amerikaner aus New York waren total begeistert von dem Geschmack der Biere und haben über den tollen Geschmack und die Geschichte des Bieres philosophiert.
Der zweite Tag in Dunedin begann recht früh mit der Busfahrt auf die „Otago Peninsula“, also der Otago Halbinsel. Dort treiben sich neben Albatrossen und Pinguinen auch Robben und Seelöwen rum. Die Hauptausflugsziele erreicht man jedoch nur mit geführten Touren die dann locker mal 95$ kosten. Der öffentliche Bus fährt nur die 30km bis zur Hälfte und endet in einem Kaff namens Portobello. Dort habe ich mir einen Wanderweg gesucht und eigentlich den Aussichtspunkt Sandymountain angepeilt. Irgendwie schien dieser mir nach der ersten Anhöhe dann aber doch zu stressig und ich entschied mich für eine Abzweigung entlang eines Haffs zu einem Strand. Auf der Karte als nicht besonders gekennzeichnet fand ich mich nach 10km Marsch an einem der schönsten Strände die ich jemals gesehen habe wieder. Auf beiden Seiten mit Steilküste abgeschlossen, mit weißem festem Sand und einer türkisen Brandung. Und siehe da, auch ohne 95 $ zu bezahlen lagen sie dort. Drei Robben die sich in der Sonne entspannten. Ich tat es ihnen gleich und packte mein Handtuch aus und genoss die Sonne. Nach einigen Stunden verließ ich dann den Strand wieder in Richtung Dunedin bzw. Portobello, jedoch nicht ohne auf ein Bad im kalten Pazifik zu verzichten.
Den Abend verbrachte ich im Dunedin City Central Hostel mit DVD und Internet, buchte einen Ausflug am Wochenende zum Doubtful Sound und die weitere Reise mit dem Bus.
Gegen Nachmittag verlasse ich Dunedin auch schon weiter in Richtung Te Anau mit Zwischenstopp in Invercargill. Von Te Anau startet dann am Sonntag eine zweitägige Bootstour durch den Doubtful Sound. Dieser soll wesentlich schöner als der bekanntere Milford Sound sein, ist allerdings auch knapp 30€ teurer. Ob die Tour die 400$ wert ist, werde ich natürlich berichten.
Oamaru
Dunedin und Otago Peninsula
bisher ein fantastischer reisebericht mit hervorragenden bildern.
durch das einrichten von ” lifepacker “, können auch wir, als grosseltern an dieser abenteuerlichen reise teilnehmen.
vielen dank o+o