Archive for November, 2010

Doubtful Sound Overnight Cruise


2010
11.30

Eines der Highlights jeder Neuseelandreise ist der Besuch eines Fjordes. Dabei stellt sich bei Vielen die Frage, Doubtful oder Milford Sound? Für mich lag die Antwort in einem Overnight Cruise im Doubtful Sound.
Am Sonntag wurde ich also in Te Anau mit dem Shuttle-Bus abgeholt und nach Manapouri zum Bootsanleger gefahren. Wie das in Neuseeland so ist, wurde bereits während der Bus- und Bootsfahrt viel über die vorbei rauschende Natur erzählt. Von Manapouri aus startete ein Schnellboot über den Lake Manapouri zum Doubtful Sound. Dort die Reisegruppe mit einem weiteren Bus über die teuerste Straße Neuseelands gefahren, 2$ pro Zentimeter. Und dann endlich aufs Boot. Mit der „Fjordland Navigator“ ging es für die nächsten 20 St. durch eines der größten Fjorde Neuseelands.
Während der gesamten Fahrt saß ein Nature Guide auf Deck und hat über die Landschaft und die Geschichte aufgeklärt. Nach einer Stunde Fahrt bestand die Möglichkeit zu Wasseraktivitäten. Ich habe mich in ein Kanu gesetzt und bin mit einer Gruppe von Mutigen entlang der Felswände gepaddel (die andere Gruppe ist mit einem Motorboot gefahren). Highlight am Ende war das Schwimmen im schwarzen Wasser des Fjordes, mit Sprüngen vom knapp 10m hohen Deck. Der Rest des Tages wurde auf dem Navigator in Richtung Tasman Sea gefahren. Dort erwartete uns eine Robbengruppe und dichter Nebel über dem Meer. Nach einem kleinen Ausflug in den Nebel steuerte der Captain einen Liegeplatz für die Nacht an, während wir ein drei Gänge Abendessen an Bord serviert bekamen. Nach Rotwein und einem sehr kleinen Adventskranz aus Österreich ging es in die kleinen Kojen im Rumpf des Schiffes.
Bereits um 5:05 Uhr saß ich wieder an Deck und beobachtete die am Morgen aufgezogenen Wolken in den Bergen. Dabei wurde ich von Sandflies zerfressen, bis es Kaffee und Frühstück in Salon gab. Kurz nach dem Frühstück dann wildes Treiben an Bord. Nils hatte ein Delfin gesehen und schneller als alle ihre Kameras heraus geholt hatten, schwamm eine ganze Schule von Delfinen in unserer Bugwelle. In den Fjorden Neuseelands leben die größten Delfine der Welt und so waren sogar die „Teenager“ schon richtige Brocken. Gegen 10 Uhr legte unser Boot am Anleger an und der Rückweg mit Schnellboot und Bussen begann.
Am Ende stand für alle fest, diese Fahrt war großartig und das Geld absolut wert. Ich würde es jeder Zeit wieder machen. Auf dieser Tour habe ich Pinguine, Seelöwen, Robben und Delphine gesehen, dazu bei genialem Wetter die großen Fjorde und die Tasman Sea erlebt. All die Eindrücke müssen erstmal verarbeitet werden und so habe ich direkt zwei weitere Nächte in Te Anau dran gehängt, um danach mit freiem Kopf nach Queenstown weiter zu reisen.

Von Dunedin zu den Fjorden


2010
11.29

Nach drei Tagen in Dunedin auf der Ostseite der Südinsel, ging es für mich über Invercargill zum Lake Te Anau im Fjordland Neuseelands.
In Invercargill bin ich am späten Nachmittag im Regen angekommen und wurde vom Intercity-Busfahrer auch direkt vor die Tür des Southern Comfort Backpacker gefahren. Über Invercargill findet man in den gängigen Reiseführern wenig bis keine Informationen, es soll aber die südlichste und gleichzeitig westlichste Stadt Neuseelands sein und ist sehr stolz darauf, dass es die „familienfreundlichste Stadt“ auf der Südinsel ist. Spätestens da hätte ich es merken müssen und eigentlich vom Besuch in Invercargill absehen sollen. Aber da ich eh keine Lust auf 5 Stunden Busfahrt von Dunedin nach Te Anau hatte, kam mir der Zwischenstopp ganz gelegen. Am Abend habe ich dann den Queens Park während einer kleinen Joggingrunde erkundet. Aber viel mehr als die bekannten botanischen Gärten aus Christchurch oder Oamaru konnte dieser Park auch nicht bieten. Nach einem Abend mit Buch in der alten Villa die nun als Backpacker diente, ging es früh ins Bett, der Bus nach Te Anau am nächsten Tag fuhr ja schon gegen 15 Uhr wieder ab. Also früh aufstehen und die Stadt erkunden.
Nach knapp einer halben Stunde wusste ich, dass Keith Richards Recht hatte, als er sagte: „Invercargill is the asshole of the world.“ Von den 50.000 Menschen habe ich max. 2 auf der Straße gesehen, dafür fuhren auf den breiten Straßen Unmengen an Autos. Auch die „great retail-stores“ waren irgendwie nicht dort wo ich war. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt des Busses habe ich dann mit der Suche nach einem Supermarkt verbracht. Gar nicht mal so einfach in Invercargill.
Also weiter in Richtung Fjordland. Mein Ziel und Ausgangspunkt für viele Fjord- und Wandertouren war Te Anau. Direkt am See gelegen machte die Stadt mit Promenade und kleinen Geschäften, wie man sie aus Ostseestädten kennt, direkt einen guten Eindruck. Die ersten zwei Nächte habe ich in der Lakeview Backpacker Lodge übernachtet und mit Blick auf den See und die Berge gefrühstückt. Von dort startete meine erste größere Wanderung. Neben den Fjordtouren ist Te Anau auch Ausgangspunkt für viele Wanderer die den Kepplertrack bezwingen wollen. Und so bin ich übermütig auch gleich in Richtung Track gegangen und dort eine Wanderstrecke die mit 3,5 Stunden ausgeschrieben war entlang. Nach zwei Stunden kam ich in meinem dicken Baumwoll-Shirt und komplett durchgeschwitzt am „Rainbow Beach“ an. Strand war zwar nirgends zu sehen, aber eine Hängebrücke direkt über den Monakauriver. Wasserflaschen im Fluss auffüllen, Füße kühlen und wieder zurück. Am Ende war ich für 30 km, keine 6 St. unterwegs und kam etwas fertig im Backpacker an. Mein Trost: in meinem Zimmer wohnte nun ein Kanadier der in den letzten drei Tagen den gesamten Kepplertrack gewandert ist und auf die Frage „How are you?“ nur mit irgendwelchen Lauten antwortete (vielleicht war es auch Akzent ;) ). Den Abend hab ich dann mit einigen Leute in der einzigen Bar im Ort verbracht und früh morgens das Hostel verlassen. Auf dem Tagesplan stand: Overnight Cruise im Doubtful Sound.

Nach dieser wirklich guten und empfehlenswerten Tour durch die Fjorde, habe ich mich entschieden noch zwei Nächte in Te Anau zu bleiben. Dafür habe ich mich im YHA eingebucht, welches mir schon in den Tagen zuvor viel besser gefallen hatte, als mein eigenes Hostel. Nach zwei entspannten Tagen am See geht es dann weiter in Richtung Queenstown.

An der Ostküste in Richtung Süden – Oamaru & Dunedin


2010
11.25

Auf meiner Reise über die Südinsel ging der erste Abschnitt entlang der Ostküste von Christchurch in südlicher Richtung. Dabei war die kleine Goldgräberstadt Oamaru erste Zwischenstation.
In Oamaru fühlt man sich direkt hundert Jahre in der Zeit zurückversetzt. An der steinigen Küste führt die Eisenbahnstrecke entlang, welche zum Abtransport von Gold erbaut wurde und immer noch, wenn auch wesentlich weniger, genutzt wird. Bekannt ist die Stadt auch durch den Abbau von besonders festen Sandstein dem Oamaru Stone, aus dem knapp 80% der Gebäude in der Stadt bestehen. So auch die kleine Kirche direkt an der Küste, in der eine kleine, ältere Dame mir erzählte wie schlimm es doch ist, dass die Jugend nicht mehr in die Kirche geht. Mit einigen „Yeah“s hab ich mich dem dreißigminütigem Vortrag dann ergeben.
Highlight von Oamaru und eigentlicher Grund des Zwischenstopps sind allerdings die Pinguine. Davon hat der kleine Ort gleich zwei Arten zu bieten. Die „most“ kleinsten Pinguine der Welt und die seltenen Gelbaugenpinguine. Zum späten Nachmittag bin ich dann den Wanderweg zwischen Schafherden durch zur Steilküste gewandert und hab dort zum ersten Mal die Natur von Neuseeland gesehen, wie man sich die immer vorstellt. Direkt an der Steilküste wurde ein Beobachtungspunkt errichtet von dem man die Pinguine in ihren Nestern und bei der Rückkehr vom Pazifik beobachten konnte. Nach dem die Sonne zum Abend noch mal ihr Bestes gegeben hat, kamen dann auch immer mehr Pinguine aus ihren Nestern. Für mich fast noch interessanter war ein kleiner Wanderweg auf der Spitze der Steilküste runter bis zum Strand. Echt gut. Die wesentlich spätere Besichtigung der kleinsten Pinguine im Hafen von Oamaru hab ich dann zu Gunsten eines Fernsehabends ausfallen lassen.
In Oamaru habe ich im Empire Hotel Backpacker gewohnt, ein wirklich sehr schönes, kleines und uriges Backpacker. Vor 150 Jahren als Hotel für Banker in der Stadt direkt neben der NationalBank errichtet bietet es zur Zeit Platz für knapp 30 Backpacker. Da alle 8 Bettzimmer ausgebucht waren, konnte ich für den gleichen Preis in einem 3 Bettzimmer wohnen. Am nächsten Morgen ging es dann für mich noch einen Wanderweg zum Viewpoint von Oamaru hinauf. Gar nicht mal so entspannt wie Wandern immer aussieht und die ersten Blasen ließen auch nicht auf sich warten. Doch für die Aussicht und die Fotos hat es sich dann alle Mal gelohnt.
Am Mittag saß ich wieder im Bus und es ging weiter Richtung Süden mit dem nächsten Ziel Dunedin.
Dunedin zählt zu den größeren Städten auf der Südinsel und bietet einiges zum Angucken. Darum ging es am Abend direkt zur ersten Attraktion der Stadt. Dazu sei gesagt, dass jede Stadt in Neuseeland „world famouse“ für etwas ist oder irgendwas „the most“ hat. Und so ist Dunedin „world famouse“ für die „most steppest“ bewohnte Straße der Welt und steht damit sogar im Guinnessbuch. Um die Straße zu erreichen muss man aber zuerst eine kleine Wanderung in die Randbezirke der Stadt auf sich nehmen. Vorbei am botanischen Garten und über den Campus der Otaga University kam ich dann an dieser kleinen Straße an, die so scheint, als hat sich ein fauler Stadtplaner gedacht: „Die kürzeste Verbindung zwischen Tal und Gipfel ist eine gerade Straße“. Während einige Touristen versucht haben die Straße mit ihren Autos zu meistern, habe ich mich dann doch lieber auf traditionelle Art und Weise zu Fuß bis nach oben getraut. Von oben hat man eine ganz gute Aussicht auf den Speckgürtel der Stadt und die Straße wirkt von oben erst richtig auf einen. Ob die Straße nun den Weg wert ist, muss jeder für sich entscheiden, ich wollte die Stadt allerdings nicht verlassen ohne dort gewesen zu sein. Kleiner Ansporn für den Rückweg war die Speight‘s Brauerei die wieder in der Innerstadt war und wo um 19 Uhr die letzte Führung des Tages startete. Normalerweise nur mit Anmeldung konnte ich die Tour auch so mitnehmen und konnte mich so durch über 100 Jahre Brauereigeschichte riechen, gucken und vor allem schmecken. Die Brauerei und die Führung sind die 19$ wirklich Wert, denn man erfährt nicht nur wie das Bier in Neuseeland gebraut wird, sondern bekommt auch Zusammenhänge zwischen der Brauereientwicklung und der Stadtentwicklung aufgezeigt. Nach knapp 60 Minuten endet die Führung dann mit einer Verkostung der 6 Biersorten der Brauerei. Das Ganze findet in einer kleinen Bar statt wo jeder sein Glas mit allem füllen kann, was gerade so zu finden ist. Besonders stolz ist die Speights Brauerei darauf, dass sie nicht wie die deutschen und tschechischen Brauereien 2 – 5 Wochen für die Gehrung brauchen, sondern nur 2 Tage. Geheimnis dahinter ist die Zugabe von Unmengen an Zucker um alles zu beschleunigen und heraus kommt „Speight‘s Pilsener“ welches echt ungenießbar ist. Die Originalsorte schmeckt wie schlechtes irisches Bier und auch Porter und die „organic“ Biere sind nicht die Bringer. Einzig die Amerikaner aus New York waren total begeistert von dem Geschmack der Biere und haben über den tollen Geschmack und die Geschichte des Bieres philosophiert.
Der zweite Tag in Dunedin begann recht früh mit der Busfahrt auf die „Otago Peninsula“, also der Otago Halbinsel. Dort treiben sich neben Albatrossen und Pinguinen auch Robben und Seelöwen rum. Die Hauptausflugsziele erreicht man jedoch nur mit geführten Touren die dann locker mal 95$ kosten. Der öffentliche Bus fährt nur die 30km bis zur Hälfte und endet in einem Kaff namens Portobello. Dort habe ich mir einen Wanderweg gesucht und eigentlich den Aussichtspunkt Sandymountain angepeilt. Irgendwie schien dieser mir nach der ersten Anhöhe dann aber doch zu stressig und ich entschied mich für eine Abzweigung entlang eines Haffs zu einem Strand. Auf der Karte als nicht besonders gekennzeichnet fand ich mich nach 10km Marsch an einem der schönsten Strände die ich jemals gesehen habe wieder. Auf beiden Seiten mit Steilküste abgeschlossen, mit weißem festem Sand und einer türkisen Brandung. Und siehe da, auch ohne 95 $ zu bezahlen lagen sie dort. Drei Robben die sich in der Sonne entspannten. Ich tat es ihnen gleich und packte mein Handtuch aus und genoss die Sonne. Nach einigen Stunden verließ ich dann den Strand wieder in Richtung Dunedin bzw. Portobello, jedoch nicht ohne auf ein Bad im kalten Pazifik zu verzichten.
Den Abend verbrachte ich im Dunedin City Central Hostel mit DVD und Internet, buchte einen Ausflug am Wochenende zum Doubtful Sound und die weitere Reise mit dem Bus.
Gegen Nachmittag verlasse ich Dunedin auch schon weiter in Richtung Te Anau mit Zwischenstopp in Invercargill. Von Te Anau startet dann am Sonntag eine zweitägige Bootstour durch den Doubtful Sound. Dieser soll wesentlich schöner als der bekanntere Milford Sound sein, ist allerdings auch knapp 30€ teurer. Ob die Tour die 400$ wert ist, werde ich natürlich berichten.


Oamaru

Dunedin und Otago Peninsula

Start auf der Südinsel – Christchurch


2010
11.14

Seit drei Tagen bin ich nun in Christchurch, also mal wieder Zeit etwas zu schreiben.
Am Freitag bin ich gegen 14 Uhr aus Auckland mit Air New Zealand nach Christchurch geflogen. Und so bin ich 16 Uhr in Christchurch bei bestem Wetter angekommen, mein Backpacker hatte ich bereits im Voraus gebucht und wusste dadurch auch wohin ich musste. Zur Zeit wohne ich im Vagabond Backpackers, welches ungefähr 10 Gehminuten vom zentralen Cathedral Square entfernt ist. In einer alten Stadtvilla sind ca. 30 Betten, die auf Zimmer in der Villa und den 4 Gartenhäusern untergebracht sind. Ich wohne in einer der Gartenhütten und jeden Tag wechseln die Bettnachbarn. Eigentlich hatte ich ja geplant länger in Christchurch zu bleiben, darum auch gleich 2 Wochen gebucht (aber erst eine bezahlt), aber zur Zeit bin ich von der Stadt etwas enttäuscht. Alles konzentriert sich auf den Cathedral Square und die Verbindungsstraße zum Botanischen Garten. Sowie man abseits dieses Gebiets sich bewegt ist die Stadt wie ausgestorben und bietet auch nicht so viele Sehenswürdigkeiten. Nach einem Tag hat man alles gesehen.
Darum werde ich die kommende Woche nutzen um ein Auto zu kaufen und mich dann erst einmal auf die Reise über die Südinsel zu machen. Ich hoffe ein vernünftiges Auto zu finden, denn eigentlich möchte ich spätestens Freitag raus aus Christchurch. Danach wird es wohl erst einmal in Richtung Norden gehen, also über Kaikoura in Richtung Nelson, welches Weihnachten zu erreichen sein sollte. Aber wie ich diese Woche schon feststellen musste, sind langfristige Pläne in Neuseeland eh völlig fehl am Platz.
Ich muss mich also überraschen lassen wie es tatsächlich weiter geht, wie schnell der Autokauf über die Bühne geht und wohin es mich danach verschlägt.

[UPDATE] Noch ein paar Tage Auckland


2010
11.09

Da ich noch bis Freitag in Auckland bin, fahr ich zur Zeit mit dem Link-Bus durch die City. Hier nur ein paar Eindrücke der vergangenen Tage.

Dabei sind: Mission Bay – Ponsonby – Parnel – Auckland War Museum – Albert Park – Devonport – Mt Victoria – Mt Eden