Während ich gerade am JFK Flughafen in New York sitze, ist Zeit die letzten Tage Revue passieren zu lassen.
Nachdem ich am frühen Morgen aus Los Angeles abgeflogen bin kam ich wegen der Zeitverschiebung zwischen West- und Ostküste bereits im Dunkeln in New York an. Mit AirportTrain und Metro ging es dann 1,5 St. in die Stadt. Ziel war die 103 St. Ecke Amsterdam Avenue. Wie die Vorhersage bereits versprach wurde ich mit Eiseskälte und Schnee begrüßt, sodass ich am Abend mich nur noch auf Nahrungssuche begab bevor es das letzte Mal ins 8-Bett-Zimmer ging.
Mein Plan am nächsten Tag früh aufzustehen wurde durch Jetlag zunichte gemacht und so startet ich gegen 11 Uhr mit der Metro in Richtung Down Town. Dabei machte ich Halt am Ground Zero und besuchte das Memorial Center direkt am damaligen Standpunkt des World Trade Centers. Die Wiederaufbauarbeiten zum One World Center und dem Gedächtnispark sind im vollen Gange, der planmäßig 800m hohe Turm steht bereits zur Hälfte und ist zu einem Viertel verglast. Am Standpunkt der beiden Tower entstehen zwei sehen die das Fundament markieren sollen und so weiter symbolisch die Tower den Besuchern darstellen sollen. Im Memorial Center ginbt es viele Überreste der Tower, der Rettungs- und Aufräumarbeiten zu sehen, es werden Filme gezeigt und Bilder der Verunglückten. Insgesamt herrschte eine angespannte Stimmung, viele Menschen weinten in Anbetracht der erneuten Konfrontation mit den Ereignissen.
Nachdem auch ich die Bilder auf mich wirken lassen hatte, ging es dann weiter in Richtung Wasser. Entlang des Hafens auf der Westseite Manhattans ging es zu den Statue of Liberty Fähren. Nach Sicherheitschecks, Kartenkauf ($13) und Warten auf die Fähre ging es zu der kleinen grünen Frau auf ihrer Insel. Die Fahrt dauert 20 Minuten und war bitterkalt, nur Wenige hielten es auf den Außendecks der Fähre aus. Insgesamt ist man dann, wenn nicht gerade Geld und Zeit für das Besteigen der Statue vorhanden ist, relativ schnell fertig mit der Insel. Im Besucherzentrum gibt es unendlich viele Modelle der Statue zu kaufen. Von teuer bis sehr teuer ist alles dabei. Weiter ging es mit der nächsten Fähre nach Ellis Island. Der Inseln auf der bis in die späten 1920er alle Einwanderer in die USA als erstes gekommen sind. Die Registrierungshalle wurde restauriert und in ein Museum umgewandelt in dem Geschichten über die Entstehung von Ellis Island und persönliche Geschichten über die Emigranten dargestellt sind. Sehr interessant, auch da viele deutsche Exponate zu sehen sind, denn die Deutschen zählten Anfang des 20 Jh. zu einer der Mehrheit von Einwanderern in die USA.
Nachdem ich dann endlich festen Boden unter den Füßen hatte ging es weiter am Wasser zur Brooklyn Bridge, einer riesigen Brücke die die Stadtteile Manhattan und Brooklyn verbindet. Ich fand sie nicht so imposant wie die Sydney Harbour Bridge, aber von der Architektur schon sehr interessant anzuschauen. Mit der Metro ging es anschließend zur Grand Central Station, also dem „Hauptbahnhof“ und von dort zum Rockefeller Center. Nach 9/11 ist die Besucherplattform „On Top Of The Rocks“ auch wieder geöffnet und so bin ich die 60 Etagen nach oben gefahren um einen unglaublichen Ausblick über Manhattan zu haben. Im Erdgeschoss des Centers ist auch das NBC-Nachrichtenstudio, in den Anlagen eine Eisbahn und gleich nebenan die Radio City Music Hall in der legendäre Konzerte von Bob Dylan, den Beatles und Nirvana stattfanden. Bei einsetzender Dämmerung wanderte ich die paar Straßen weiter zum Time Square, der mit seinen Werbetafeln immer noch starkbeleuchtet war. Der Spruch „die Stadt die niemals schläft“ trifft absolut zu, denn auch noch gegen 22 Uhr wird für Comedyshows für die Nacht geworben. Zum Abschluss dieses langen ersten Tages ging es dann zu Fuß 60 Straßen in Richtung Uptown über den Broadway zurück ins Hostel. Auf dem Weg habe ich noch schnell ein Stück Pizza mitgenommen und bin dann geschafft vom Tag ins Bett gefallen (schlafen konnte ich auf Grund eines sehr laut schnarchenden Asiaten lange nicht).
Für den zweiten Tag hatte ich mir einige Museen vorgenommen und so ging es durch den Central Park bei strahlendem Sonnenschein zum Museum Of Modern Arts (MOMA) in dem alle Kunstepochen und Kunst aus aller Welt ausgestellt waren. Unglaublich viel Exponate gibt es für einen beliebige Spende zu sehen. Für mich irgendwie dann doch zu viel. Ich habe mich, auch weil der Hunger quälte, auf die Ausstellung „Heros of Guitar“ und die Fotographie Ausstellungen beschränkt. Insgesamt ist das Museum sehr voll und belebt, für echte Kunstenthusiasten wahrscheinlich zu voll in den Kernzeiten. Nächstes Museum war das National History Museum, also dem Naturkundemuseum. Auch hier viele Exponate, gute Exponate und sogar der verstaubte Museumsgeruch war dabei. Aber mit den interaktiven Museen in Wellington (NZ) und Melbourne (AUS) kann es nicht mithalten. Auch hier für mich nur ein relativ kurzer Besuch, irgendwie war die Energie für Museumsbesuche raus. Deshalb nur noch ein letzter Stop für diesen Tag bei „Sea, Air and Space Museum“ auf dem Flugzeugträger „Intrapid“. In ihm ist das Leben auf einem Flugzeugträger dargestellt, die Entwicklung der Kampfflugzeuge auf US Schiffen und einige kleine Exponate zu ersten Weltraummissionen der NASA. Für alle wirklich spannenden Sachen muss man extra Geld bezahlen (nicht wenig) und kann dann ins 4D-Kino oder in den Spacesimulator, kann mit dem Flugzeugaufzug vom Hangar aufs Flugdeck fahren und und und… Auch eine Concord der British Airways ist ausgestellt, kann gegen Aufpreis an Sams- und Sonntagen auch von innen besichtigt werden. Irgendwann ging es dann mit der Bahn zurück ins Hostel, Städtereisen schlauchen doch sehr.
Darum war am kommenden Tag auch kein konkretes Ziel auf meinem Tagesplan. Von der 5th Avenue ging ich durch Little Italy und China Town, hatte ein späten Lunch beim Italiener und bin dann mit der Staten Island Ferry durch den Hafen von New York gefahren. Die Fähre ist kostenlos, die Fahrt dauert 20 min. und man hat die besten Blicke auf die Freiheitsstatue und Manhattan. Abends im echten New Yorker Burger Restaurant mit Hefeweizen den Urlaub ausklingen lassen und den kompletten Sonntag nach Checkout im Hostel auf den Transfer zum Flughafen gewartet. Zum Glück war das Internet kostenlos und so vergingen die 8 Stunden im Hostel doch relativ zügig.
Im Moment warte ich auf meinen Flug nach London und weiter nach Berlin. Es geht nach Hause, damit ist die freie Zeit, der Urlaub und die Weltentdeckung zu Ende. Ich freu mich auf die kommende, sehr spannende Zeit, wo auch immer es mich hin verschlägt.
Letzte Station: NYC
04.02
CIty of Angels – Los Angeles, Santa Monica, Venice
03.23
So langsam neigt sich die Reise dem Ende. Am letzten Mittwoch bin ich von Auckland abgeflogen und über den Pazifik nach Los Angeles.
In den Staaten werde ich die letzten Tage verbringen und die erste Station war LA für 5 Tage. Am Flughafen angekommen merkt man direkt den Unterschied zu Neuseeland, die Passkontrolle läuft zügig ab, alle Menschen sind leicht gestresst und jeder will nur aus dem Flughafen raus. Draußen und im Taxi erschlägt einen diese Stadt direkt. Verstopfte Straßen, hupende Autos und etliche Meilen auf dem Freeway bis man auch nur in der Nähe des Hostels ist. Mein Hostel lag in Santa Monica, einer Topgegend in LA, direkt am Strand und trotzdem nicht zu weit ab vom Schuss. Hier habe ich dann auch meinen ersten Tag verbracht. Nachdem das Überqueren der Datumsgrenze mir einen 48St. Tag beschert hat, ging es für mich relativ ruhig daher. Essen suchen, bisschen Shoppen, Strand gucken, so sieht also die USA aus…
Am zweiten Tag ging dann alles früher los und es wurde das volle Touriprogramm abgezogen. Mit den Bus nach Hollywood, dort den “Walk of Fame” entlang zum HardRock Café, anschließend ins Hollywood Museum und dann noch eine Bustour zu “den Häusern der Stars”. Der Walk of Fame ist jetzt nicht sooo der Bringer, denn es gibt unglaublich viele dieser Sterne auf dem ganzen Hollywood Blv. verteilt, jedes Jahr kommen 20 dazu und die Meisten kennt man nicht. Im Hollywood Museum sind Kostüme und Bühnenbilder aus bekannten Filmen der letzten 50 Jahre ausgestellt, alles riecht sehr nach Mottenkugeln und auch sonst könnte jeder dieses vollgeblutete Tshirt getragen haben (und nicht Bruce Willis in “Stirb Langsam”). Die Bustour war das Geld wert, zumal ich anstatt der $35 nur den “super spezial Preis, nur heute, nur für dich” von $20 gezahlt habe. Dafür ging es 2 St. durch Beverly Hills ud Bel Air an den Häusern von Tom Cruise, Micheal Jackson und und und vorbei. Mit kleinem Abstecher über den Rodeo Dr und gute Erklärungen während der Fahrt, war es wirklich eine nette Geschichte.
Am dritten Tag ging es in die Universal Studios. Der Eintritt kostet zwar ein Vermögen, aber was tut man nicht für Entertainment. Drinnen ist es dann wie im Vergnügungspark, als erstes ging es in die WaterWorld-Stuntshow, dann Achterbahn mit den Simpsons, danach 1,5 St. Studiotour und anschließend dann mit Arni in Terminator 3D die Welt retten. Nebenbei gibt es gute Liveshows von den BluesBrothers, irgendwelchen Schauspielern, selbst die Reinigungskräfte haben angefangen zu tanzen. Hat also Spaß gemacht, auch wenn an jeder Ecke ein Souvenirshop wartet dir das Geld aus den Taschen zu ziehen, aber das ist nun mal auch Hollywood.
An den kommenden Tagen ging es dann mit dem Wetter und meinem Unternehmergeist abwärts. Dauerregen, überflutet Straßen und Weltuntergangsstimmung fesselten mich ans Hostel. Kurz ging es noch nach Downtown LA ins Museum of Contemporary Art und zur Walt Disney Concert Hall, doch außer Bankenviertel hat Downtown wirklich nicht viel zu bieten. Eine Regenpause nutzte ich dann auch um nach Venice zu laufen, dort sollte alles super hip und cool sein. Das einzige was ich gesehen habe sind (mal wieder) Obdachlose überall, Kampfhunde, Tattooshops in denen ich nicht mal was essen würde und Werbung für ärztlich verordnetes Marihuana. Ein kurzer Stop beim Burgershop und es ging wieder zurück nach Santa Monica.
Morgen geht es viel zu früh weiter nach New York, dort bei vorhergesagten -1 bis 5 °C und Schneeregen die letzten Tage der Reise verbringen bevor es zurück in die Heimat geht.
Mein Strandhaus
03.13
Da nun nur noch 5 Tage hier in Neuseeland bleiben, habe ich mich in ein Strandhaus auf der Coromandel Peninsula eingenistet. In Whitianga war ich bereits zuvor und genieße jetzt die letzten Tage mit Sonne, Strand und Meer bevor es in die Staaten geht.
Das Haus ist kunterbunt, schon etwas älter aber für die Zwecke ausreichend. Zur Zeit teile ich mir die Wohnung mit zwei Argentiniern, deren Lieblingsgetränk Fernet Branca und Cola ist – ekelhaft. Vorzugsweise starten sie damit auch schon gegen 10 Uhr morgens.
Ich bin den ganzen Tag in der Sonne, lese die Jimi Hendrix Biographie, fahre mit dem Kajak durch die Gegend und versuche mich zum Ende doch mal im Kochen ohne Nudeln als Hauptzutat.
Am Mittwoch geht es zurück nach Auckland und am Donnerstag dann mit dem Flieger nach LA. Hostels sind gebucht, Lonely Planet gekauft und alles entspannt.
Damit verabschiede ich mich schon mal aus Neuseeland, vielleicht gibt es ja irgendwann mal ein Wiedersehen.

10 Tage ganz im Norden
03.06
Nachdem ich aus Australien zurück nach Neuseeland gekehrt war, gab es nur noch ein Gebiet welches auf meiner List fehlte. Das Northland, also das Gebiet nördlich von Auckland, lockte mit subtropischen Klima, kleinen Buchten und Stränden.
Das man hier mit dem Bus nicht gut reisen kann war mir bereits vorher klar, deshalb war schnell ein Mietwagen gefunden. Und damit ging es dann von Auckland aus nach Norden. Erster Stop war der Ort Wangarei, welcher als einer der größeren auf der Karte eingezeichnet war. In Wangarei gibt es aber tatsächlich nicht viel zu erleben. Der Haupttouristenspot ist das Basin, also die Marina im Hafen mit einer kleinen Promenade. Die Kaffee und Shops hier schließen leider schon 5 p.m. und damit musste der tägliche Kaffee in einer der Straßen der Innenstadt gefunden werden. In der Innenstadt lockt eine kleine Fußgängerzone Touristen und Einheimische an, insgesamt nichts Spektakuläres aber als Zwischenstation ganz nett. Das Hostel war eine kleine Farm 10 min. außerhalb von Wangarei. Leider war diese Farm wirklich nicht so schön. Dreckig, unfreundlich und unaufgeräumt. Mittendrin ein kleines Kind, eine Katze und kleine schwarze Käfer im Zimmer. Morgens ging es dementsprechend früh wieder auf die Straße.
Über die Touristroad an der Ostküste zwischen Regenwald und Meer in Richtung Bay of Islands.
Bay of Islands
Bereits auf dem Weg in die Bay of Islands merkt man wie sich die Landschaft verändert. Aus den Nadelwäldern werden schnell Palmen und Farne und die Temperatur steigt mit jedem Kilometer. Zwischendurch kann man immer wieder Abstecher an teilweise einsame Strände machen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.
Dreh- und Angelpunkt in der Bay ist der Ort Pahia, der mit Touristenangeboten, Kneipen und Bars und guten Backpackern lockt. Pahia liegt im Mittelpunkt der Bucht und bietet damit alle Möglichkeiten zu karibischen Abenteuern. Für mich ging es am zweiten Tag nach der Ankunft auf ein kleines Segelboot. Den ganzen Tag durch die Bay schippen und die letzte Sonne vor den kalten USA und Europa tanken. „She‘s a lady“ ist ein 20 Jahre altes 14m Segelboot auf dem die 9 Leute den Tag verbrachten. Kaptain John hatte schon die ganze Welt bereist und hat jahrelang nagelneue Boote zu ihren Besitzern ausgeliefert. Dementsprechend hatte er den ganzen Tag Geschichten zu erzählen und konnte natürlich auch jede technische Frage zum Segeln beantworten.
Leider gab es bis zum Lunch wenig Wind und so schipperten wir mit dem Motor in eine ruhige Bucht. Nach Sandwich und Früchten zum Lunch ging es dann weiter und endlich spielte der Wind auch mit. Erst relativ verhalten dann mit steifer Briese – „3 – 4“ meinte John – zwischen den Inseln hindurch. Nach gut 7 Stunden auf See legte „She‘s a lady“ wieder am Pier von Pahia an und alle konnten sichtlich zufrieden mit dem Tag das Boot verlassen. Für 97$ echt eine gute Sache, zu mal das Preis-Leistungs-Verhältnis echt gestimmt hat.
Außer Pahia gibt es in der Bay noch die Städte Kerikeri, Russel und Whaitangi. Letzteres ist durch die Treaty von Whaitangi bekannt, die Neuseeland zur englischen Kolonie machte und damit die Nation gründete. Kerikeri ist die größte Stadt der Bay, hat außer einigen Shops und einen kleinen Markt nicht viel zu bieten. Dafür ist Russel eine Stadt die einen Besuch wert ist. Mit der Fähre geht es von Pahia (12$ Return) auf die andere Seite der Bucht. Im kleinen Hafenstädtchen gibt es etliche Kaffee und eine kleine Shoppingmeile. Außerdem kann man von hier zum Long Beach laufen und den Tag am goldgelben Strand verbringen.
An Tag drei ging es für mich dann aufs Tauchboot. Mein Logbuch schleppe ich ja nun schon durch ganz Neuseeland und jetzt, 3 Wochen vor Ende, kam es endlich zum Einsatz. Mit Dive Pahia ging es zum Wrack der HMS Canterbury. Nach dem ganzen Papierkram und dem Einkleiden an Land ging es aufs Boot und mit Vollgas über das glatte Wasser der Bucht. Die Canterbury wurde erst vor 3 Jahren in der Bucht versenkt und bildet nun ein Marinereservoir. Wenn man Mittschiffs runter taucht sieht man es ab ca. 12 m Tiefe. Auf knapp 23 m befindet sich dann die Brücke und der Hubschrauberhangar. Mit den Fischen und Farben von tropischen Tauchgebieten kann der Pazifik an dieser Stelle zwar nicht mithalten, bietet aber seinen ganz eigenen Charme und so haben beide Tauchgänge wirklich Spaß und Lust auf mehr gemacht.
Auf dem Weg aus Pahia in Richtung Norden war mein nächster Stop im Nirgendwo. Kahoe stand im Backpackerverzeichnis. Kahoe ist allerdings nur eine kleine Farm, die ich beim ersten Mal direkt übersehen habe und kanpp 20 km vorbei gefahren bin. Was mir nicht klar war, dass die Kahoe Farm Kultstatus genießt. Mit 97% ist es eines der bestbewertetsten Backpacker in Neuseeland und der Besitzer Steffano ist weit über die Grenzen der Bay bekannt. Im Topbackpacker gab es dann selbstgemachte Pizza und erstklassigen Rotwein zum Abendessen. WLAN gegen freiwillige Spende und die freundliche Atmosphäre ließ mich dann noch einen Tag extra im Nichts verbringen. Steffano zeigte mir einen Dschungelwalk zu den Rock-Pool. In denen ich am zweiten Tag baden war. Am Abend wurde dann Fußball gespielt, denn Staffano ist verrückt. Er hat sich in der Garage nicht nur ein Fußballmuseum eingerichtet, in dem Trikots aus Dortmund, Mailand und Hamburg hängen, hier guckt er auch über Sky die deutsche Bundesliga oder spielt über Internet auf der Xbox gegen den Rest der Welt. Wer zu Neujahr auf die Kahoefarm möchte sollte lange im Voraus buchen. An zu diesem Termin ist nämlich immer ausgebucht, Grund ist das erste Fußballtournier der Welt auf Steffanos kleinem Platz. Unter Flutlicht geht es kurz nach Mitternacht für einige lokale Mannschaften um alles. Absoluter Kultstatus und auf jeden Fall auf der TODO-Liste für kommende Neuseelandreisen.
Nach fünf guten Tagen in der Bay ging es dann in Richtung Norden, in den letzten Winkel des Nordens, Ziel war das Cape Reinga.
Far North – Cape Reinga, 90 Miles Beach und Sanddünen
Für eine Tagestour von Pahia aus zu stressig war mein erster Anlaufpunkt die Henderson Bay auf der Ostseite des Northlands. Über 5 km Schotterpiste ging es zum abgelegenen Hostel. Auf dem Weg zum Strand habe ich mich im Busch verlaufen und wollte am Ende nur noch wieder im Hostel sitzen. Am frühen Morgen war dann das Ziel far north klar, leider spielte ab dort das Wetter nicht mehr mit. Regen und Nebel begleiteten mich bis zum Cape. Auf nicht enden wollenden Berg-Auf-Berg-Ab-Straßen bis zum Parkplatz vor dem Eingang. Da das Cape ein heiliger Ort für Maori ist war ab hier Essen und Trinken verboten und man musste weiter 20 min. bis zum Leuchtturm gehen. Informationstafeln am Weg erklärten die Landschaft, welche sich irgendwo hinter der Nebelwand befinden musste. Auch das Lighthouse musste man erst erahnen. An der Spitze angekommen verzogen sich die Wolken dann allmählich und man konnte den 800 Jahre alten Baum auf der Klippe sehen und wie beide Ozeane zusammen treffen. Für die Maori treffen hier der männliche und der weibliche Ozean zusammen und so ist das Cape nicht nur Ruhestädte für die Maoriseelen sondern auch Zeichen für Neuanfang und Entwicklung. Das Wetter entwickelte sich leider nicht wirklich weiter. Auch auf den Weg in Richtung Süden blieb es so und es sollte bis Auckland nicht besser werden.
Vom Cape Reinga nach Süden führt auf der Westküste der 90 Mile-Beach entland. Ein nicht ganz 90 Meilen langer Strand der offiziell als Highway ausgeschrieben ist und so von vielen Touristenbussen befahren wird. Für Mietwagen ist er leider verboten, darum ging es für mich auf dem normalen Statehighway zurück. Bei Ahipara konnte man einen schönen Blick auf den Strand bekommen, aber ich muss sagen außer das er besonders lang ist bietet er nix Besonderes. Für Strandliebhaber geht es lieber auf die Ostküste an den Rarawera Strand, einen der siliziumreichsten Strände Neuseelands und darum fast komplett weiß.
Zwischen Cape Reinga und dem Ende des 90-Miles-Beach befinden sich noch riesige Sanddünen. Wie diese dort hinkommen, bleibt mir wohl immer ein Rätsel aber das Wandern auf ihnen macht wirklich Spaß. Normalerweise ist die Hauptattraktion das Sandboarden von den Dünen, da es allerdings regnete wäre das wohl eher eine doof Idee gewesen und ich hab mich mit dem Wandern und dem Ausblick von oben zufrieden gegeben.
Vom Norden ging es dann nur noch bis ins Hostel in Kohukohu. Mitten im Busch, abseits von allem, haben sich zwei ältere Leute dort ihre Ruhestandsresidenz gebaucht und betreiben nebenbei ein wirklich gutes Hostel. Einziges Problem am Dschungle sind dann allerdings die Moskitos überall. Gewohnt habe ich in einem kleinen Häuschen auf dem Berg mit Blick auf die Bay über die am nächsten Tag die Fähre in Richtung Kauricoast ging.
Kauricoast
Als Kauricoast wird die Westküste des Northlands bezeichnet, an welcher die Touristroad vom Ende des 90-Mile-Beaches bis zu den Vororten Aucklands führt. Dabei durchquert die Straße eine ganze Reihe von Kauriwäldern welche der Waldrodung nicht zum Opfer gefallen sind. Darunter einige der größten Kauris Neuseelands, die „Four Sisters“ die ich eine gemeinsame Wurzel teilen und ein 2000 Jahre alter Kauri. Auf etlichen Dschungeltracks kann man die Wälder erkunden und nach langer Autofahrt auf den kurvigen Straßen etwas Bewegung bekommen.
Für mich hieß es kurz vor den Toren Aucklands noch einmal halt zu machen, denn das Auto musst vor 10 a.m. am Sonntag zurück gebracht werden. Den Abend verbrachte ich im ehemaligen Krankenhaus von Helensville knapp 50km vor Auckland, welches mittlerweile ein Backpacker ist. Leider war bei Dauerregen in Helensville nicht viel zu holen, so dass am Sonntag das Auto pünktlich in Auckland war und ich auf meine letzte Etappe in Neuseeland gehen kann.
[Nachgereicht] Coogee-To-Bondi – Costalwalk zu Australiens Strand Nr. 1
03.04
Sydney kann natürlich nicht nur hektisch, mit seinen stadtnahen Stränden bietet es gute Abwechslung zum Großstadtalltag. Der bekannteste Strand Sydneys, wenn nicht sogar Australiens ist Bondi Beach.
Surfergeschichte wurde hier geschrieben, die neuste Strandmode etabliert und damit bringt der Strand seinen eigenen Teil zum Sydneybild in der Welt ein. Man kann natürlich direkt mit dem Bus zum Strand fahren oder die 4,5km gehen. Das Meiste aus der Strandtour holt man allerdings mit dem Costal Walktrack Coogee-To-Bondi raus.
Mit dem Bus geht es vom Circulation Quay zum Coogee Beach. Dort bietet sich einem dann bereits ein komplett anderes Stadtbild als einige Minuten zuvor im CBD. Direkt entlang der Strände und Steilküsten verläuft ein Gehweg bis zum 5km entfernten Bondi. Die Häuser in den kleinen Buchten wirken dabei wie direkt aus Italien eingeflogen. Und so ist man bergauf, bergab gute zwei Stunden von Strand zu Strand unterwegs bis er dann vor einem liegt, Bondi Beach. Der größte der Strände, mit Promenade, vielen kleinen Strandshops und der berühmten Graffitiwand im Hintergrund. Natürlich sind hier die Surfer wieder aktiv und das gerade wenn ich vorbei laufe. Denn wie man ja mittlerweile weiß, ich bringe den Wind überall mit hin. Und so konnte es natürlich auch keine Sonne und entsprechenden Sonnenbrand geben, sondern Nieselregen und starker Wind. Für die Surfer gut, für mich mäßig.
Wer in Sydney ist und etwas Zeit dabei hat sollte unbedingt diesen Walk machen. Es gibt sicherlich schönere oder ruhigere Strände in Sydney, aber das Flair des Strandes bekommt man natürlich nur beim Original.